Comeback der europäischen Staatsschuldenkrise?

Die Euphorie gegenüber den Fortschritten bei der Entschärfung der Staatsschuldenkrise scheint zuletzt einer etwas realitätsnäheren Einschätzung gewichen zu sein. So steht vor allem Spanien wieder im Fokus der Marktteilnehmer. Seit Anfang März sind die Renditen 10-jähriger spanischer Staatsanleihen um mehr als einen Prozentpunkt angestiegen und liegen damit im Bereich von 6% – Grund genug, um den Spekulationen über finanzielle Hilfen für das Land durch einen der europäischen Rettungsschirme neue Nahrung zu geben. Apropos Rettungsschirme: Ende kommender Woche sollte sich entscheiden, ob und inwieweit der IWF zusätzliche finanzielle Mittel für eine „Brandmauer“ um die von der europäischen Staatsschuldenkrise betroffenen Länder bereitstellen wird. Dann stehen die Frühjahrstagung von IWF und Weltbank sowie das Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Washington auf der Agenda. Vertreter des IWF und einiger G20-Staaten hatten die Erhöhung der Ressourcen des permanenten Rettungsfonds ESM auf eine Billion Euro als Voraussetzung für ein weiteres globales Engagement gefordert. Die EU-Finanzminister blieben mit ihrem Beschluss von Ende März, das Volumen auf 800 Mrd. EUR aufzustocken, deutlich unter dieser Marke. Befürworter und Gegner weiterer IWF-Hilfen könnten sich daher bereits im Vorfeld des Treffens in Stellung bringen. Im Zuge dieser Einflussfaktoren dürften die ruhigen Zeiten der Osterfeiertage für die Gemeinschaftswährung in den kommenden Tagen zu Ende gehen.

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