Internationale Häusermärkte haben Krise noch nicht überwunden

Mit dem Ausbruch der „Subprime-Krise“ am US-amerikanischen Hypothekenmarkt wurde 2007 das Ende der Preisrallye an den Häusermärkten in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Spanien und Irland eingeläutet. Trotz Preiskorrekturen von knapp 20 Prozent in Spanien und Großbritannien, über 30 Prozent in den USA und fast 50 Prozent in Irland ist an keinem dieser Märkte bislang eine nachhaltige Trendwende zu beobachten.

Allerdings rückt in den USA die Bodenbildung in greifbare Nähe, wenngleich die noch hohe Zahl an Zwangsversteigerungen, viele überschuldete Eigentümer, restriktive Kreditvergabe und die relativ hohe Arbeitslosigkeit trotz weitgehend abgebauter Überbewertung noch für leicht fallende Hauspreise sorgen. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich für Großbritannien ab, obwohl zum Abbau des hohen Preisniveaus eigentlich eine stärkere Korrektur notwendig wäre. Diese dürfte trotz schwacher Aussichten für Konjunktur und Arbeitsmarkt sowie einem schwierigen Kreditzugang aber weiterhin vom knappen Wohnraumangebot verhindert werden.

Im Gegensatz zu den beiden angelsächsischen Ländern zeigt der Hauspreistrend in Irland und Spanien weiter steil nach unten. Als Folge der Finanz- und Euro-Schuldenkrise kann sich die Nachfrage wegen der stark ausgeweiteten Arbeitslosigkeit nicht erholen und den Druck auf den Markt durch das hohe Angebot des ehemals übermäßigen Neubaus nicht abschwächen. Durch die im Vergleich zu Spanien niedrigere Arbeitslosigkeit und eine etwas bessere konjunkturelle Verfassung sind die langfristigen Aussichten des irischen Häusermarktes aber günstiger.

Ganz anders sieht es derzeit in Deutschland aus. Die gute Lage am Arbeitsmarkt, ein geringes Neubauangebot und gute Finanzierungskonditionen bieten gute Voraussetzungen für steigende Preise, zumal Immobilien derzeit als eine der wenigen vermeintlich sicheren Anlageformen angesehen werden. Trotzdem sind die Preise 2011 im Landesdurchschnitt nicht einmal um drei Prozent gestiegen, weil die schwache Nachfrage in strukturschwachen Regionen den zum Teil hohen Preisanstiegen in Ballungsräumen entgegenwirkt. Bei einer weitgehend unveränderten Ausgangslage dürfte sich diese Entwicklung 2012 mit einem Preisanstieg von 2 bis 4 Prozent weiter fortsetzen.

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