EWU-Schuldenkrise wieder stärker im Fokus

An sich müssten sich die Ereignisse der zurückliegenden Wochen in einer überschwänglichen Stimmung an den Finanzmärkten widerspiegeln: Sind nicht die europäischen Geschäftsbanken hinreichend mit Liquidität versorgt, liefern die „Brandschutzmauern“ aus ESM und EFSF mit der gigantischen Höhe von zusammen 800 Mrd. Euro nicht ausreichend Schutz, und ist die Umschuldung in Griechenland nicht endlich vorbei? Eine Zehnjahres-Bund-Rendite unterhalb von 1,70% ist kaum als ein Hinweis auf risikohungrige Anleger zu werten, sondern vielmehr als Ausdruck für Unsicherheit und Nervosität. Speziell geht es momentan um Spanien. Der südeuropäische Staat befindet sich erneut in einer Rezession. Eine hohe Arbeitslosigkeit und ein deutliches Budgetdefizit belasten das Wachstum. Auch in den kommenden Wochen dürfte der Fokus der Finanzmärkte auf die europäischen Staaten gerichtet sein. Neben Wahlen in Frankreich und Griechenland werden vor allem die Trägheit und Langwierigkeit wichtiger struktureller Reform(bemühung)en in den Peripheriestaaten im Vordergrund stehen. Auf Dreimonatssicht gehen wir bei den zehnjährigen Bundrenditen nun von einer Seitwärtsbewegung aus, wobei das Bild von großer Schwankungsanfälligkeit geprägt sein dürfte.

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