DAX: Verunsicherung durch den Risikofaktor Politik koennte Kaufmoeglichkeiten ermoeglichen

Auf die zunehmende Diskrepanz zwischen steigenden Kursen und stagnierenden Gewinnschätzungen hatten wir in den vergangenen Wochen mehrfach hingewiesen und von Neuengagements bei Zyklikern nachdrücklich abgeraten. Die aktuelle Konsolidierung sollte somit keine Überraschung darstellen.

Wir gehen in unserer kurzfristigen Einschätzung davon aus, dass das Fahrwasser für die Kapitalmärkte in den kommenden Wochen stürmisch bleiben wird und die europäischen Leitindizes unter Druck bleiben. Für diese Einschätzung gibt es drei Gründe:
1. Der Betäubungseffekt der Finanzmärkte durch die Tender der EZB ist verflogen. Dementsprechend fällt eine stützende Säule für den stimmungsgetriebenen Aufschwung am Aktienmarkt weg.
2. Im Mai droht eine fortsetzende Verunsicherung der Marktteilnehmer durch den Unsicherheitsfaktor Politik. In Europa steht die Stichwahl zur Präsidentschaftswahl in Frankreich an, und der voraussichtliche Sieg des Sozialisten Hollande dürfte für Enttäuschungen bei anderen Regierungen und den Finanzmärkten sorgen.
3. Die fundamentalen schwachen Vorgaben werden sich in schwächeren Quartalszahlen bei europäischen Unternehmen niederschlagen.

Wir gehen davon aus, dass diese Korrekturphase von nicht allzu langer Dauer sein wird. Im Gegenteil: Nach den Wahlen dürften sich die Kapitalmärkte schnell wieder beruhigen und zur Tagesordnung übergehen. Verschiedene Frühindikatoren sprechen für eine vorübergehende Besserung der konjunkturellen Aussichten und bis in den Herbst hinein für eine verbesserte Anlegerstimmung. Zusätzlich könnte die Hoffnung spekulativer Marktteilnehmer auf neue geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen der führenden Notenbanken für neue Kursfantasie sorgen. Der DAX hat daher ein Tradingpotenzial bis auf die alten Jahreshochs um 7.200 Punkte. Weil wir aber davon ausgehen, dass spätestens im Herbst die europäische Politik rund um die Schuldenkrise einzelner Mitgliedsstaaten erneut diskutiert werden wird, halten wir an unseren Prognosen zur Jahresmitte (DAX 6.500) und zum Jahresende (DAX 6.600, Euro Stoxx 50 2.550) fest.

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