Politische Unsicherheit ein chronisches Risiko für die EWU-Rentenmärkte

Das vergangene Wochenende hat den Anlegern einmal mehr deutlich aufgezeigt, dass die Politik eine Schlüsselrolle in der EWU-Schuldenkrise spielt. Die Tatsache, dass es der niederländischen Minderheitsregierung von Premierminister Rutte nicht gelungen ist, einen Haushalt aufzustellen, der dem EWU-Defizitziel von 3% entspricht, hat unmittelbare Auswirkungen gezeigt. Hierbei wird einmal mehr deutlich, dass die Kernländer angesichts ihrer eigenen Haushaltsprobleme allmählich genug von den Rettungsmaßnahmen haben und vielmehr ihre eigenen, innenpolitischen Interessen schützen möchten.

Weder die Märkte noch die Ratingagenturen dürften darüber erfreut sein, dass die politischen Risiken zunehmend auf die europäischen Kernländer übergreifen. Zudem besteht die Gefahr, dass es zu negativen Rückkopplungseffekten zwischen den Kern- und den Peripherieländern kommt. In den kommenden Wochen dürften beträchtliche politische Risiken die Rentenmärkte des Euro-Raums überschatten, da zahlreiche Parlaments- und Landtagswahlen anstehen. Die damit verbundenen politischen Risiken werden zumindest kurzfristig zu einer weiteren Flucht in Qualitätswerte (d.h. Bunds) führen. Zwar dürften internationale Investoren zunehmend in alternative sicherere Häfen wie US-Dollar oder Schweizer Franken flüchten. Jedoch werden Repatriierungsflüsse aus anderen Euroländern in Bunds unseres Erachtens deutlich umfangreicher ausfallen.

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