US-Konjunktur schwächt sich zu Jahresbeginn leicht ab

Das BIP-Wachstum der USA hat sich im ersten Quartal des Jahres von 3,0% auf nurmehr 2,2% verlangsamt. Diese Abschwächung der US-Konjunktur kommt aus unserer Sicht nicht überraschend. Denn erstens beruhte das recht hohe Wachstum im Endquartal 2011 zu einem Gutteil auf Sondereffekten wie etwa einem starken Lageraufbau und Nachholverkäufen in der Automobilindustrie. Zweitens hat sich, wie die letzten beiden Monate gezeigt haben, die gute Beschäftigungsdynamik inzwischen deutlich verlangsamt. Vor allem der nur noch moderate Zuwachs von 120 Tsd. neuen Jobs im März – gegenüber 240 Tsd. neuen Stellen noch im Vormonat – signalisiert, dass die Unternehmen durchaus vorsichtig geworden sind im Hinblick auf weitere Kapazitätsausweitungen. Vielmehr versuchen sie im aktuellen Umfeld, die Produktivitätsfortschritte aus dem bisherigen Zyklus abzusichern. Stagnierende Nachfrage, unter der vor allem die klein- und mittelständischen US-Unternehmen leiden, ist kein Umfeld für weiter dynamische Aufstockung der Belegschaften. Zudem erhöht der teure Ölpreis nicht nur die Kosten der laufenden Produktion, sondern vermindert auch die reale Kaufkraft und damit die (künftige) Kauflust der Konsumenten.

Wichtige Frühindikatoren haben schon seit einiger Zeit signalisiert, dass die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft nun wieder abnehmen sollte. Die Exportnachfrage hat sich, wie etwa der Einkaufsmanagerindex des ISM zuletzt berichtete, abgeschwächt. Einige regionale Klimaindikatoren, denen durchaus ein Vorlauf attestiert wird, neigten ebenfalls zuletzt zu etwas schwächeren Werten, so der Empire State Index aus dem Großraum New York und der Konjunkturindex der Federal Reserve in Philadelphia.

Wir bleiben bei unserer Konjunkturprognose für die USA, die bei jeweils 2,0 Prozent für dieses und für nächstes Jahr liegt. Wir positionieren uns damit weiter leicht unterhalb der Konsensmeinung am Markt. Den Blick haben wir dabei nach wie vor auf einige strukturelle Probleme der US-Wirtschaft gerichtet, so etwa auf den weiterhin krisenhaften Häusermarkt und die hohe Langzeitarbeitslosigkeit.

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