Euro trotzt politscher Unsicherheit

Weder das Ergebnis der Wahlen in Frankreich noch das Ergebnis der griechischen Wahlen sollten für große Überraschung gesorgt haben. Dennoch reagierten Marktteilnehmer mehrheitlich nervös auf die Ergebnisse, und sowohl der Euro als auch die europäischen Aktienmärkte kamen heute Morgen teilweise stark unter Druck. Angesichts der weiterhin prekären Lage Europas ist dies nur allzu verständlich. Zwar scheinen die meisten Presseartikel davon auszugehen, dass Francois Hollande sich nach seiner Wahl den politischen und wirtschaftlichen Realitäten wird stellen müssen (und eine grundlegende Neuverhandlung des Fiskalpakts damit unwahrscheinlich ist), die Unsicherheit bleibt dennoch.

Trotz der Verluste von heute Morgen handelt der Euro aber weiterhin in der Region von $1,30, ein Niveau, auf dem der Euro weit davon entfernt ist, eine „schwache Währung“ zu sein. Im Gegenteil – der EUR/USD-Kurs liegt nach wie vor gute 11% oberhalb seines ursprünglichen Einstandslevels, massive 60% über seinen Tiefstständen von 2000 (und „nur“ 20% unter seinen Höchstständen von 2008), und bleibt nach unseren Berechnungen gemäß Kaufkraftparität gut 7% überbewertet. Der „faire“ Wert liegt momentan bei $1,20, es bleibt also reichlich Spielraum….

Der kritischen politischen Ereignisse der jüngsten Zeit ungeachtet hat sich der Euro-Wechselkurs also erstaunlich stabil gehalten. Und dies ist, wie wir in den letzten Wochen immer wieder betont haben, vorrangig der andauernden Attraktivität Kerneuropas (hauptsächlich Deutschlands) geschuldet, aber auch dem eklatanten Mangel an wirklichen Alternativen. Ernsthafter Druck auf den Euro ist daher nur wahrscheinlich, sollten Investoren anfangen, sich Sorgen über die Zukunft Deutschlands zu machen und sich konsequent aus dem deutschen Bund-Markt verabschieden. Und in Anbetracht des Mangels an Alternativen würde eine solche Entscheidung nicht leichtfertig getroffen werden.

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