Die EWU-Schuldenkrise beherrscht die Märkte

Die europäischen Währungshüter haben bei ihrem jüngsten Zusammentreffen den Leitzins erwartungsgemäß unangetastet belassen. Wir gehen davon aus, dass die Notenbank über unseren Prognosehorizont von zwölf Monaten hinweg ihre abwartende Haltung beibehalten wird. Aufgrund eines sich eintrübenden Inflationsausblicks haben wir von bislang prognostizierten EZB-Leitzinssenkungen Abstand genommen. Nicht zuletzt anhaltend hohe Energiepreise und Steuererhöhungen zur Konsolidierung der Staatshaushalte haben europaweit einen preistreibenden Effekt. Darüber hinaus rechnen wir speziell für Deutschland, auch mit Blick auf aktuell getroffene Tarifabschlüsse, mit höherem Preisdruck von der Lohnseite. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Inflationsprognose für den Euroraum für dieses und für das kommende Jahr auf 2,4% angehoben. Zinssenkungen erscheinen uns in diesem Umfeld nicht angebracht.

Auch bei unseren Prognosen für das lange Ende der Renditestrukturkurve haben wir Änderungen vorgenommen. Ein mittelfristiger Aufwärtstrend der Renditen ist mangels Konjunkturdynamik und angesichts einer anhaltend expansiven Geldpolitik nicht zu erwarten. Bei den zehnjährigen Bundesanleihen bleibt das Bild geprägt von anhaltend negativen Realrenditen. Da in den kommenden Wochen noch nicht mit einer verbesserten Situation in der Schuldenkrise zu rechnen ist, dürften die Renditen zunächst kaum ansteigen. Auch mittelfristig ist hier kein deutlicherer Renditeanstieg zu erwarten. Am Kapitalmarkt dürfte die aktuell hohe Volatilität zunächst anhalten.

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