Politische Risiken beherrschen das Marktgeschehen

Die Märkte werden derzeit nur von einem einzigen Thema beherrscht: Politische Unsicherheit. Ganz Europa ist in besorgniserregender Aufruhr über den zukünftigen politischen Weg, den die Wahlen in Griechenland und Frankreich sowie die anstehenden Neuwahlen in den Niederlanden für die Staatengemeinschaft bedeuten. Eines ist bedauerlicherweise sicher: Ein baldiges Ende der Krise und der Diskussionen um Europa und den Euro ist zuletzt unwahrscheinlicher geworden. Gespannt blickt die Finanzwelt auf den neu gewählten französischen Präsident François Hollande und dessen Vorgehen im Bezug auf den vereinbarten Fiskalpakt Europas. Torpediert Hollande die Sparvereinbarungen, muss mit weiteren Marktverwerfungen gerechnet werden. Auch die jüngsten Wahlen in Griechenland haben für Unruhe gesorgt. Es ist kein Koalitionsbündnis in der Lage, eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden; Resultat: Neuwahlen. Sollten am 17. Juni Parteien am linken oder rechten Rand Mehrheiten bilden können, könnten die Bemühungen der Troika, die Situation in Griechenland zu lösen, gefährdet werden. Weit verbreitet ist eine Ablehnung des „Spardiktats“. Als Reaktion auf die politischen Ereignisse sind die Renditen der Bundesanleihen weiter gesunken. Die zehnjährigen Titel rentieren bereits unterhalb der Marke von 1,5%. Da in den kommenden Wochen noch nicht mit einer verbesserten Situation in der Schuldenkrise zu rechnen ist, dürften die Renditen zunächst kaum ansteigen. Auch mittelfristig ist hier kein deutlicherer Renditeanstieg zu erwarten.

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