Griechenlands Austritt aus dem Euro ist nicht mehr unwahrscheinlich

Am 17. Juni wählen die Griechen erneut. Je nachdem, welche politische Kraft an die Macht gelangen wird und wie die Reaktionen der Euro-Partner hierauf aussehen könnten, ist die Ungewissheit momentan sehr groß, ob Griechenland im Euro-Raum verbleiben kann, will oder darf. Die Antwort auf diese Frage hängt in starkem Maße von der Finanzierungsfähigkeit der hellenischen Banken und des zugehörigen Staatsapparates ab. Der griechische Staat operiert derzeit weiterhin mit einem Primärdefizit. Dies bedeutet, dass er, unabhängig von Zins- und Tilgungsleistungen, mehr ausgibt, als er einnimmt. Dieses Primärdefizit kann nur durch Sparsamkeit, aber auch durch höhere Steuereinnahmen abgebaut werden. Beides ist politisch extrem unpopulär. Wir gehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% davon aus, dass die Griechen am Ende dieses Jahres den Euro nicht mehr als „offizielle“ Währung führen. Aber auch das Szenario einer langfristigen Regierungsübernahme durch vergleichsweise reformfreundliche Kräfte halten wir für nicht unwahrscheinlich. Gemäß aktuellen Planungen erhält Griechenland weitere Hilfen von der internationalen Gemeinschaft; die Schulden werden auch in den kommenden Monaten weiter bedient, eine weitere unfreiwillige Schuldenreduktion wäre möglich. Die Kehrseite der Medaille: Die Demonstrationen auf den Straßen Athens gehen weiter.

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