Welche Krise kocht als nächstes hoch?

Politisches Vakuum in Griechenland, Spaniens angeschlagenes Bankensystem sowie demnächst wohl wieder Italien und dessen fehlender Wille, notwendige Reformen anzugehen – die Liste der Belastungsfaktoren für die Eurozone ist lang und ein Ende ist nicht in Sicht. Da kommt es wenig überraschend, dass das Vertrauen gegenüber der Gemeinschaftswährung schwindet und derzeit sogar geringer ausfällt als zu Beginn dieses Jahres, als Griechenland die „ungeordnete Insolvenz“ drohte. Zumindest deuten das Niveau der spekulativen Euro-Short-Positionierung sowie die Entwicklung der „Risk Reversals“ darauf hin. Nach Angaben der CFTC hat das Ausmaß der Euro-Short-Kontrakte mit netto über 195.000 in der vergangenen Woche einen neuen Rekordwert erreicht. Die aus Optionspreisen abgeleiteten Risk Reversals, die als Gradmesser für die Markterwartung künftiger Wechselkursbewegungen gelten, liegen wieder im Bereich von Ende letzten Jahres – ein Zeitraum, in dem das Übergreifen der Schuldenkrise auf die Kernländer Europas nicht mehr ausgeschlossen wurde. Die EZB scheint derzeit nicht gewillt, erneut als „Retter in der Not“ zu fungieren und den Markt durch zusätzliche Maßnahmen zu beruhigen – wohl auch um den Druck auf die Politik aufrechtzuerhalten. Das Pokern zwischen EZB und Europas Regierungen geht in die nächste Runde. Die Leidtragende des Spiels ist und bleibt die gemeinsame Währung.

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