Euro-Schuldenkrise lässt Bundrenditen dahin schmelzen

Der Markt für deutsche Staatsanleihen steht weiter im Banne der Fiskal- und Vertrauenskrise der Eurostaaten. Ein Euro-Ende in Griechenland, in welcher Form auch immer, wird immer offener diskutiert. Die Ansteckungsgefahren für Portugal, Spanien und eventuell sogar Italien bleiben aber weiter beherrschendes Thema. Eine anhaltende Rezession in Südeuropa und eine stagnierende realwirtschaftliche Entwicklung in Europa insgesamt stehen unseres Erachtens einem schnellen Wiederanstieg der Bundrenditen entgegen. Vielmehr unterstützen ein starker Rückgang der Wirtschaftskraft, nicht zuletzt in der Peripherie, und eine nur wenig glaubwürdige Politikvermittlung die Kapitalflucht nach Deutschland. Zwar erscheinen die „Brandschutzmauern“ der Eurozone vorerst hoch genug, sodass unter anderem auch Spanien zusammen mit seinen Banken hierhinter Schutz suchen könnte. Sollte aber Italien ernsthaft in Bedrängnis kommen, seine fälligen Schuldtitel nicht mehr prolongieren zu können, wäre der Euro als Ganzes in Gefahr. Solange ein solches dramatisches Szenario noch einen Hauch von Restwahrscheinlichkeit besitzt, werden die Investoren wohl weiter speziell deutsche Staatsanleihen kaufen und Verluste aus negativen Realzinsen, stellenweise auch aus negativen Nominalzinsen, „quasi als Versicherungsprämie“ für einen Kapitalerhalt in Kauf nehmen. All dies dürfte die Bundrenditen einstweilen weiter niedrig halten.

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