Robuste Konjunktur steigert die Kreditnachfrage

Neben der wieder gestärkten wirtschaftlichen Entwicklung sorgen die Kreditmärkte für einen guten Ausblick in das weitere Jahr. Angetrieben von den Wohnungsbauinvestitionen wachsen die Kredite der privaten Haushalte so stark wie seit 2003 nicht mehr. Auch die Unternehmenskreditbestände sind im ersten Quartal im Vorjahres- und im Vorquartalsvergleich leicht gestiegen. Darüber hinaus rechnen die Banken mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Unternehmenskrediten. Gleichzeitig beabsichtigen sie eine leichte Lockerung der Kreditvergaberichtlinien.

Dementsprechend sind die Unternehmen auch zufrieden mit den Banken. Die Kredithürde schätzen sie trotz des etwas schwächeren Ergebnisses im Mai bereits seit einiger Zeit überaus niedrig ein. Im April fiel die Kredithürde sogar so gering aus wie noch nie seit Beginn der Umfrage. Darüber hinaus hat sich das Vertrauen der mittelständischen Unternehmen in ihre Hausbank noch weiter verstärkt.

Die Rahmenbedingungen sind also vorerst gut, und so dürfte einem erfolgversprechenden Jahr 2012 eigentlich nichts im Wege stehen. Allerdings bleibt die Euro-Schuldenkrise weiterhin ein Risiko für die Entwicklung, obwohl sich die deutsche Wirtschaft bisher davon weitgehend unbeeindruckt zeigte. Hauptgrund für die erfreuliche Entwicklung in Deutschland ist zum einen die gestiegene Nachfrage der privaten Haushalte, die preisbereinigt im Vergleich zum Vorquartal um immerhin 0,4 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 1,8 Prozent zugelegt hat. Dies ist vor allem deswegen bemerkenswert, da dem privaten Konsum in den vergangenen Jahren zumeist kein bedeutender Anteil am Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts zukam. Vielmehr entwickelte er sich bei längerfristiger Betrachtung allenfalls stabil.

Bei den Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe sorgt ein solides Auftragspolster für das trotz der leichten Eintrübung vom Mai weiterhin hohe Geschäftsklimaniveau. Zudem können steigende Auftragseingänge aus dem nichteuropäischen Ausland die Einbußen durch die schwächere wirtschaftliche Entwicklung in großen Teilen Europas zumindest teilweise kompensieren, so dass hier zwar kein dynamisches Wachstum wie in den vorangegangenen zwei Jahren abzusehen ist. Allerdings dürfte für die allermeisten Unternehmen auch kein Umsatzeinbruch zu erwarten sein.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *