DAX: Fest im Griff der Politik, „planmäßige“ Korrektur vor dem Ende?

Der Unsicherheitsfaktor Politik hat die stimmungsanfälligen Aktienmärkte weiterhin fest im Griff. Wie von uns erwartet, wurde der durch die Wahlen in Frankreich und Griechenland dominierte Mai zu einem ausgesprochenen Krisenmonat und führte zu großen Abverkäufen bei den Dividendenpapieren. Unser Tradingkursziel von 6.250 DAX-Punkten (= Buchwert 5.000 plus 25% Aufschlag) wurde sogar unterschritten. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Nachfrage nach deutschen Aktien, welche fraglos eine hohe Qualität verbriefen, den DAX im weiteren Jahresverlauf wieder auf höhere Niveaus bringen wird. Selbst wenn die von den Analysten erwarteten Gewinnzuwachsraten für 2013 und 2014 (+13% und +10%) vor dem Hintergrund der schwachen Konjunkturentwicklung sicherlich deutlich zu optimistisch geschätzt sind: Die Bewertung des deutschen Aktienindex erscheint günstig und damit für einen Einstieg verlockend. Alle relevanten Parameter des DAX (KBV-2011e 1,2, KGV-2012e 8,9, Dividendenrendite 4,3%) befinden sich im attraktiven Bereich.
Jedoch zeigte die Historie oft genug: Eine günstige Bewertung schützt nicht vor kurzfristigen Kursverlusten. Die Gefahr eines deutlichen Kurssturzes in Richtung 5.000 DAX-Punkte und darunter besteht unverändert, sollte es den Politikern in den kommenden Monaten nicht gelingen, die Krise wieder in den Griff zu bekommen und den Anlegern somit die Ängste zu nehmen. Das aktuelle „Angstniveau“, gemessen am VDAX-Stand von 34 Punkten, zeigt allerdings an, dass schon ein hohes Maß an Unsicherheit am Aktienmarkt eingepreist ist.
Weil sich bisher nicht abzeichnet, dass die realwirtschaftliche Entwicklung noch stärker als bisher erwartet durch die Schuldenkrise in Mitleidenschaft gezogen wird, gibt es für uns aktuell auch keinen Anlass, unsere DAX-Prognose von 6.600 Punkten zum Jahresende 2012 zu revidieren. Wir gehen auch weiterhin davon aus, dass die Kurse im Spätsommer zeitweilig noch höher stehen könnten. Dabei rechnen wir damit, dass insbesondere in China, aber auch in anderen Ländern abermals eine geldpolitische Lockerung vollzogen wird, die eine solche Aufwärtsbewegung zum Teil initiieren könnte. Jedoch bedarf es auch einer Stabilisierung der politischen Situation in Europa, wovon wir aber weiterhin ausgehen.

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