Hilfspaket für Spanien – Ein Schritt in die richtige Richtung, aber kein Befreiungsschlag

Nachdem über die vergangenen Wochen sowohl der Markt als auch die Politik zunehmend den Druck erhöht hatten, hat sich die spanische Regierung mit den EWU-Regierungen und der EZB auf externe Finanzhilfen für den spanischen Bankensektor geeinigt. Den Meldungen zufolge dürfte diese bis zu 100 Mrd. € betragen. Zwar ist das spanische Hilfegesuch ein Schritt in die richtige Richtung. So dürfte es sowohl den Markt als auch die spanischen Einlagengeber zunächst beruhigen. Darüber hinaus ist die Gefahr negativer Rückkopplungseffekte zwischen dem spanischen Bankensektor und dem spanischen Staat vorerst gebannt. Da der Staat letztlich für die spanischen Banken haftet, war die spanische Finanzagentur substanziellen Liquiditätsrisiken ausgesetzt.

Allerdings bleiben die fundamentalen Probleme Spaniens hiervon unberührt, allen voran die schwache Konjunktur sowie die Schuldenprobleme der spanischen Regionen. Entsprechend ist auch die mittelfristige Stabilisierung der Staatsschulden nach wie vor eine große Herausforderung und gleichzeitig der zentrale Sorgenpunkt des Marktes. Darüber hinaus birgt die strukturelle Subordination privater Investoren infolge der Beteiligung des ESM bzw. EFSF mittelfristige Risiken.

Spanische Staatsanleihen werden unserer Meinung nach zunächst von der Bankenstabilisierung profitieren, insbesondere aufgrund der damit verbundenen abnehmenden Liquiditätsrisiken. Eine nachhaltige Rally ist jedoch unwahrscheinlich, da die fundamentalen Probleme schon bald wieder die Schlagzeilen dominieren dürften. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass nunmehr auch Italien wieder in den Fokus der Investoren gerät, was aufgrund der typischen Korrelationen auch die spanischen Anleihen unter Druck setzen wird.

Bezüglich Bunds rechnen wir zunächst mit fortgesetztem Abgabedruck, da die Stabilisierung Spaniens die Nachfrage nach sicheren Häfen vorerst dämpfen dürfte.

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