Schweizer Franken: SNB bekennt sich abermals zur Franken-Grenze

Erwartungsgemäß hat die SNB bei ihrer Lagebeurteilung ihre geldpolitische Haltung bekräftigt und weder das Libor-Ziel noch die Franken-Grenze angetastet. Dennoch halten sich die Spekulationen, dass sich die SNB früher oder später von dieser Grenze lösen muss, da die Verteidigungskosten zu hoch seien. Im Mai sind die Reserven der Schweiz um 66 Mrd. CHF auf 303 Mrd. CHF gestiegen, ein Großteil durch Interventionen. Dies zeigt, wie groß der Aufwärtsdruck auf den Sicheren Hafen angesichts der Sorgen um Griechenlands Politik, Spaniens Banken und dem Zustand der Eurozone im Allgemeinen im Mai war.

Doch was „kostet“ dies die SNB? Sie baut sich ein Vermögen an ausländischen Währungen auf, das zum Großteil in Staatsanleihen angelegt sein dürfte. Diese wiederum werfen sogar einen positiven Zinsertrag ab – also wohl eher Ertrag als Aufwand. Kosten entstehen in Form von langfristigen Risiken. Hier geht es um das Inflationsrisiko aus der wachsenden Geldmenge und das Risiko einer Bewertungsveränderung bei den Reserven durch eine unerwünschte Wechselkursentwicklung. Sollte die Verteidigung der Franken-Grenze nicht gelingen, würde der Wert der Schweizer Devisenreserven sinken und Milliardenverluste in der Bilanz auslösen – aber eben nur wenn die SNB zulässt, dass der Franken wieder aufwertet.

Wir gehen fest davon aus, dass die Märkte die SNB in den kommenden Wochen weiter auf die Probe stellen werden. Gründe für eine Flucht in den sicheren Hafen dürfte es auch weiter genügend geben. Wir sehen aber keinen Grund, warum die SNB dem Druck ausgerechnet jetzt nachgeben sollte.

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