Griechische €-Odyssee setzt sich fort, Fahrwasser werden jedoch unruhiger

Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) hat 29,66% der Stimmen und damit eine leichte Mehrheit bei den griechischen Parlamentswahlen erzielt. Entsprechend wird sie mit der Regierungsbildung beauftragt. Damit wird es auch nicht zu einer unmittelbaren Aufkündigung der Sparauflagen kommen, und Griechenland wird vorerst entsprechend im Euro bleiben.

Falls den „Pro-Rettungspaket“-Parteien eine Koalitionsbildung gelingt, sollte Griechenland innerhalb weniger Tage über eine funktionierende Regierung verfügen. Allerdings ist es bis dahin noch ein weiter Weg und auch die Herausforderungen, die die neue Regierung zu erledigen hat, werden stetig größer. Gleichzeitig kann sie hierbei höchstwahrscheinlich auf diverse Zugeständnisse seitens der Troika zählen.

Die Finanzmärkte dürften zunächst erleichtert reagieren, da die Abstimmung einen zentralen Unsicherheitsfaktor entkräftet hat. Dies sollte den riskanten Assetklassen sowie dem Euro ermöglichen, einen Teil der Verluste von Mai und Juni wieder aufzuholen. Jedoch signalisiert die Griechenland-Wahl keinesfalls das Ende der EWU-Schuldenkrise. Vielmehr schwenkt der Scheinwerfer nun zurück nach Spanien. Darüber hinaus existieren in den nächsten vierzehn Tagen diverse Event-Risken, insbesondere der G-20 Dienstag und Mittwoch, der Ecofin-Rat am Donnerstag sowie der EU-Gipfel von 28 bis 29 Juni. Mit einer umfassenden Umkehr der Flucht in Qualität ist daher nicht rechnen.

Dies bestätigt auch die erste Marktreaktion, denn der Abgabedruck auf Bunds fällt bisher äußerst verhalten aus. Vor diesem Hintergrund raten wir vorerst weiter zu vorsichtiger Positionierung.

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