Geldvermögensbildung privater Haushalte in schwierigem Umfeld

Das Umfeld für Sparen und Geldanlage ist weiterhin von Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Euro und der internationalen Staatsschuldenkrise geprägt. Während viele Länder mit Konjunkturproblemen kämpfen, ist für Deutschland 2012 und 2013 mit einem zwar abgeschwächten, aber befriedigendenn Wachstum zu rechnen. Das schlägt sich in einem Beschäftigungsanstieg und hohen Tarifabschlüssen nieder. Insgesamt dürfte sich der Einkommenszuwachs der privaten Haushalte in diesem und im nächsten Jahr weiter beschleunigen und den Konsum stimulieren.

Das gefestigte Konsumentenvertrauen spiegelt sich in der Sparquote wider. In früheren Konjunkturzyklen legten die Bürger bei Krisenangst einen größeren Teil ihres Einkommens auf die hohe Kante und schränkten den Konsum ein. Im Jahr 2011 floss dagegen trotz Staatsschuldenkrisen und Euro-Sorgen der Einkommenszuwachs fast ausschließlich in den privaten Verbrauch. Die Sparquote sank von 11,3 auf 11,0 Prozent. Obwohl die Risiken weiter bestehen und sich teils noch verstärkt haben, ist nicht mit einer steigenden Sparquote zu rechnen. Mit 10,9 Prozent könnte sich der Anteil der Ersparnis am verfügbaren Einkommen im laufenden und im nächsten Jahr knapp unter dem Niveau des letzten Jahres einpendeln.

Mit dem Ziel der Vermögenssicherung investieren die Bürger verstärkt in Immobilien. Die Sachvermögensbildung der privaten Haushalte dürfte 2012 weiter wachsen und sich erst 2013 leicht abschwächen. Das signalisieren beispielsweise die Wohnungsbaugenehmigungen, die 2011 kräftig gestiegen waren. Dagegen dürfte die Geldvermögensbildung heuer nur knapp das Niveau des Vorjahres erreichen und erst 2013 weiter wachsen.

Im Hinblick auf Anlageformen bestimmen Sicherheitsaspekte die Geldvermögensbildung. Hiervon dürften Bankeinlagen und Versicherungen profitieren, die traditionell einen Großteil der Anlagemittel anziehen. Dagegen bieten die anhaltend niedrigen Zinsen kaum Anreize für Rentenpapiere. Bei Zertifikaten sollten eher Produkte mit Absicherungselementen wachsen, im Bereich der Fonds u. a. offene Immobilienfonds. Begünstigt vom positiven Konjunkturumfeld und ausgehend von einem niedrigen Kursniveau zu Jahresbeginn ergeben sich bei Aktien vor allem durch Konsolidierungsphasen Einstiegschancen. Es kann mit einer positiven, aber rückläufigen Geldvermögensbildung der privaten Haushalte in Form von Aktien gerechnet werden.

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