Auch nach Griechenlandwahl kein Ende der Krise in Sicht

Der Wahlsieg der beiden großen und – relativ – reformfreundlichen Parteien in Griechenland hat am Markt nur kurz für Erleichterung gesorgt. Neben dem fragilen Zustand des spanischen Bankensystems und den in Italien nur zögerlich angegangenen Reformen steht nun zunehmend auch die von den griechischen Regierungsparteien angekündigte Forderung nach einer zeitlichen Streckung der von der Troika verordneten Reformauflagen im Mittelpunkt des Interesses.

Die Frage, ob und, wenn ja, wie weit die europäischen Geldgeber Griechenland diesbezüglich entgegenkommen werden, dürfte auch auf dem Ende Juni anstehenden EU-Gipfel für Diskussionen sorgen. Hier sollte dann deutlich werden, wie gespalten die einzelnen Staaten der EU hinsichtlich eines gemeinsamen langfristigen Ansatzes zur Lösung der Krise sind. Da sich die Lösung der EU-Schuldenkrise noch einige Zeit hinziehen wird, sollte die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen auch in den nächsten Monaten hoch bleiben. Wir erwarten die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen auf Sicht der kommenden sechs Monate bei 1,20%. Erst mit Stabilisierungstendenzen in der Eurozone dürften die Renditen wieder ansteigen. Auf Sicht von zwölf Monaten sollten die zehnjährigen Bundrenditen wieder die Marke von 1,80% erreichen.

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