EUR-GBP: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte bedenken…

Dass es um die Konjunktur auf der Insel nicht gut steht, ist bekannt. Der Gouverneur der BoE King geht jetzt davon aus, dass die Wirtschaft des Landes weitere fünf Jahre benötigen wird, um sich von der seit 2007 anhaltenden Krise zu erholen. Die Ursache für die schwierige Lage ist schnell ausgemacht. Er sei „pessimistisch und ausgesprochen besorgt“ mit Blick auf die fehlende Entschlossenheit im Euroraum und die Auswirkungen der EWU-Schuldenkrise. Sicher ist die Einschätzung Kings in Teilen zutreffend. Für die „double-dip“ Rezession des Landes hauptsächlich die südlichen Nachbarn verantwortlich zu machen, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Dreistigkeit – vor allem da der Euroraum eine erneute Rezession bislang vermeiden konnte. Vielmehr hätte der Notenbankchef die strukturellen Probleme des eigenen Landes benennen können, darunter eine hohe Verschuldung der privaten Haushalte, eine spürbar steigende Staatsverschuldung und eine mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit, die nach einer aktuellen Einschätzung des Schweizer International Institute for Management Development mit derjenigen Israels zu vergleichen ist. Wie lange Großbritannien noch mit dem Fingerzeig auf andere von den eigenen Schwächen ablenken kann, ist fraglich. Auf Wochensicht sollte das Geschehen an den Devisenmärkten weiter von der europäischen Schuldenkrise dominiert werden. Zwar dürfte die BoE auf ihrer nächsten Donnerstag anstehenden Sitzung eine Ausweitung des Anleiheankaufprogramms beschließen, mit nachhaltigen Impulsen auf Euro-Pfund ist unserer Einschätzung nach jedoch nicht zu rechnen.

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