EUROBONDS ALS KÖNIGSWEG?

Der nächste EU-Gipfel, turnusgemäß für heute und Freitag dieser Woche avisiert, wirft bereits längere Zeit seine Schatten voraus. Die Erwartungen steigen und fallen im Wechsel. Zu Hoffnungen hatte nicht zuletzt Bundeskanzlerin Merkel beigetragen, die in den zurückliegenden Wochen des öfteren von „Mehr Europa“ gesprochen hat. Ganz offensichtlich hält sie einen neuerlichen Schub in Richtung einer tiefer gehenden Integration im Euro-Raum für notwendig.

Konkret geht es in der Diskussion um die folgenden Maßnahmen: eine Bankenunion mit EU-weit einheitlicher Bankenaufsicht und gegebenenfalls einer vereinheitlichen Einlagensicherung, einen Schuldentilgungsfonds für die Länder des Euro-Raums gemäß Vorschlag des deutschen Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamt-wirtschaftlichen Entwicklung („Fünf Weise“) und die Einführung von Eurobonds: Schuldtitel der Euro-Staaten mit einer vergemeinschafteten Haftung.

Ein verbindlicher Fahrplan zur Einführung von Eurobonds ist auf dem Gipfel sicherlich nicht zu erwarten – zu groß sind die rechtlichen Hindernisse und die Vorbehalte in einzelnen Ländern. Das Thema wird aber mit Sicherheit diskutiert werden, und es ist wahrscheinlich, dass es auch in den kommenden Monaten weiter intensiv kommentiert und konkretisiert werden wird, was längerfristig zu Aufwärtsdruck auf die Renditen von Bundesanleihen führen könnte.

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