EU-Gipfel lässt viele Fragen offen – EZB senkt Leitzins

Auch nach dem EU-Gipfel von Ende Juni bleiben viele Fragen offen. Neben den Details zu den akuten Hilfsmaßnahmen, die verhindern sollen, dass nun auch Spanien und Italien vollends in den Strudel aus höheren Zinsen, steigender Verschuldung und tieferer Rezession gerissen werden, zeichnet sich vor allem ein Punkt immer deutlicher ab: Die Gräben in Europa werden größer und lassen sich immer weniger durch Gipfelkompromisse übertünchen. Von den Kapitalmärkten sind die Ergebnisse des jüngsten EU-Gipfels zwar zunächst positiv aufgenommen worden. Von Euphorie kann man jedoch nicht sprechen, und Anschlusskäufe scheinen weitgehend auszubleiben.

Wir gehen davon aus, dass die Situation auch in den kommenden Wochen angespannt bleiben dürfte. Die europäischen Währungshüter haben bei ihrer jüngsten Zusammenkunft ihren Leitzins auf 0,75% gesenkt. Im Zuge der Pressekonferenz hat Notenbank-Chef Draghi die Wachstumsschwäche des Euroraums als auch den abgeschwächten Inflationsdruck hervorgehoben. Die Teuerungsrate in der Eurozone hat im Juni auf der Verbraucherstufe wie im Vormonat 2,4% betragen. Erst für das vierte Quartal dieses Jahres erwarten wir wieder Werte nahe der 2%-Marke. Kommt die EZB ihrem auf die mittlere Frist ausgelegten Inflationsziel von 2,0% näher, sind weitere akkommodierende Schritte der EZB denkbar. Wir gehen aber davon aus, dass die neue Marke von 0,75% auf Sicht von zwölf Monaten Bestand haben wird.

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