EUR-GBP: Die britische Notenbank bringt Zinssenkung ins Spiel

Bei ihrer geldpolitischen Sitzung Anfang Juli haben die britischen Währungshüter nicht nur eine Ausweitung ihres Wertpapierkaufprogramms beschlossen, sondern sogar eine klassische Zinssenkung diskutiert. Dies geht aus dem Sitzungsprotokoll hervor, das ein ambivalentes Bild bietet. Die monetäre Lockerung durch die Aufstockung des QE um 50 Mrd. GBP ist mit zwei Gegenstimmen beschlossen worden, sogar eine Aufstockung um 75 Mrd. sowie eine klassische Zinssenkung wurden diskutiert.

Dale und Broadbent hätten die geldpolitische Haltung dagegen lieber unverändert belassen. Dass es im Komitee zeitgleich sowohl Befürworter einer restriktiveren als auch lockereren Geldpolitik gibt, ist aber keinesfalls ungewöhnlich und kann Sterling daher auch nichts anhaben. Auch weiterhin erscheint die britische Währung verglichen mit den Untiefen der Euro-Schuldenkrise als sicheres Investment. Und mehr noch: sie wirft sogar noch eine positive Rendite ab, was man von den Kurzläufern aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Finnland und jüngst sogar aus Belgien nicht sagen kann. Das Versprechen der Bank of England, auch weiterhin britische Anleihen als Teil ihrer Geldpolitik anzukaufen, trägt ebenfalls zur Anziehungskraft des Pfundes bei. Ob die fragile konjunkturelle Situation daran etwas ändern kann, wird die Veröffentlichung der vorläufigen BIP-Daten für das zweite Quartal am kommenden Mittwoch zeigen.

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