Britisches Pfund: verheerender Wachstumseinbruch in Q2

Die britische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2012 unerwartet deutlich um 0,7% (Q/Q) eingebrochen. Die Statistikbehörde machte vor allem den zusätzlichen Feiertag zum Thronjubiläum der Königin und das schlechte Wetter für die Entwicklung verantwortlich – eine eher fragwürdige Einschätzung. Zwar wurde allgemein mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gerechnet (-0,2% (Q/Q)). Es erstaunt jedoch schon, dass selbst die Pessimisten unter den Analysten noch unterboten wurden. Hatte keiner der Befragten in den letzten Monaten den britischen Wetterbericht verfolgt oder die Übertragung der Feierlichkeiten im Fernsehen bemerkt? Der aufgrund seines Sparkurses von Seiten der Opposition und von Wirtschaftsverbänden in der Kritik stehende Finanzminister Osborne fand jedoch schnell einen weiteren, altbekannten Schuldigen: Die Schuldenkrise im Euroraum. Allerdings darf nicht zuletzt mit Verweis auf das Wachstum in Deutschland angezweifelt werden, dass diese seit dem Amtsantritt von Premierminister Cameron im dritten Quartal 2010 das britische BIP um 0,9% gemindert hat. Wofür die Krise diesseits des Kanals unbestritten die Verantwortung trägt, ist die seit nunmehr über einem Jahr anhaltende Aufwertungsdynamik der britischen Währung gegenüber dem Euro, deren Ende – Wachstumsschwäche im Vereinigten Königreich hin oder her – derzeit nicht in Sicht ist.

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