EWU-Konjunktur bleibt vorerst im Abwärtstrend

Die Aussichten für die Konjunktur im Euro-Raum haben sich im Juli weiter eingetrübt. Das geht aus unseren Berechnungen zum DZ BANK Euro-Indikator hervor, der zyklische Wendepunkte frühzeitig signalisieren kann. Die Indikator-Entwicklung der vergangenen Monate deutet darauf hin, dass sich die EWU-Wirtschaft derzeit in der Rezession befindet. Allerdings ist der Einbruch bislang bei weitem nicht so drastisch und so tief verlaufen wie in der schweren Krise 2008/2009. Eine Trendwende zum Positiven ist mit Blick auf die zweite Jahreshälfte aber auch noch nicht absehbar.

Zuletzt haben sich vor allem die Stimmungsindikatoren bei den europäischen Unternehmen und Verbrauchern weiter eingetrübt. Besonders im Industriebereich hat das Geschäftsklima erheblich gelitten. Die Einschätzungen der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe deuten nun bereits seit elf Monaten auf rückläufige Geschäfte hin. Die aktuelle Umfrage der EU-Kommission zeigt, dass sich die Produktionserwartungen der Industrieunternehmen seit Jahresanfang sukzessive verschlechtert haben.

Die Verunsicherung über den weiteren Verlauf der Euro-Schuldenkrise lässt sich auch an den monatlichen Umfragen zum Verbrauchervertrauen ablesen. Die von der EU-Kommission ermittelte Messzahl für den EWU-Durchschnitt befindet sich schon seit Ende letzten Jahres auf einem niedrigen Niveau, hat sich im Juli aber noch einmal merklich verschlechtert. Interessant ist, dass die jüngste Abwärtsbewegung vor allem auf die beiden großen „Kernländer“ Deutschland und Frankreich zurückgeht, wo die privaten Haushalte sich offensichtlich zunehmend Sorgen bezüglich des wirtschaftlichen Ausblicks und der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt machen. Unterdessen hat sich die Stimmung unter den privaten Haushalten in den krisengeschüttelten Peripherieländern gemäß EU-Umfrage in den letzten Monaten zumindest tendenziell etwas entspannt.

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