Endlich mal wieder eine gute Nachricht vom US-Arbeitsmarkt!

Der US-Arbeitsmarkt hat im Juli positiv überrascht – per Saldo sind 163 Tsd. neue Stellen geschaffen worden. Das waren deutlich mehr als nach den schwachen Zahlen der Vormonate zu erwarten war. Allein die Industrie hat 25 Tsd. neue Jobs geschaffen. Beim Staat gingen aber wie schon in den Vormonaten Stellen verloren, ebenso konnte der Bausektor nicht zum Beschäftigungsaufbau beitragen. Der größte positive Schub kam aus den Servicebereichen.

Die Tatsache, dass trotz der gemeldeten Beschäftigungszuwächse die Arbeitslosenquote nicht zurückgegangen ist, sondern im Gegenteil noch leicht von 8,2 auf 8,3 Prozent gestiegen ist, macht aber deutlich, dass der schwache Trend am Arbeitsmarkt, der sich im zweiten Quartal durchgesetzt hatte, noch nicht gebrochen ist. Vor allem in der Industrie müsste sich erst ein wirklich nachhaltig positives Investitionsklima durchsetzen, bevor man hier eine dauerhaft positive Beschäftigungsdynamik erwarten kann.

Der Blick auf den jüngsten ISM-Index aus der Industrie, der im Juli mit 49,8 Punkten zum zweiten Mal in Folge unter jener „neutralen“ Linie von 50 lag, signalisiert, dass die Zeit für eine Entwarnung am US-Arbeitsmarkt noch nicht gekommen ist. Zu einer nachhaltigen Erholung gehört auch, dass die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Gros der Beschäftigung stellen, endlich mehr Optimismus zeigen und bereit sind, ihre Belegschaften stärker aufzustocken. Hieran mangelt es aber offenbar momentan noch immer. Dem „Optimismus-Index“ des nationalen Verbandes der mittelständischen Unternehmen (NFIB) zufolge hat sich die Bereitschaft, neue Arbeitskräfte einzustellen, zur Jahresmitte sogar nochmals verschlechtert, weil die Erwartungen hinsichtlich einer weiteren Konjunkturerholung zuletzt deutlich gelitten haben.

Vor diesem Hintergrund bleiben wir skeptisch, ob sich die positive Beschäftigungsentwicklung vom Juli in den nächsten Monaten unverändert fortsetzt. Und selbst wenn dies der Fall sein sollte, so wird es immer noch rund zwei Jahre dauern, bis der Beschäftigungsstand vom letzten Peak wieder erreicht sein wird. In diesem Umfeld wird die Arbeitslosenquote vorerst hoch bleiben und damit auch der US-Notenbank noch genügend Rechtfertigung geben, sich das Pulver für eine mögliche weitere Ausweitung ihrer Stützungsmaßnahmen („QE3“) weiter trocken zu halten.

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