Die Folgen einer Vergemeinschaftung von Staatsschulden

Als ein Szenario, welches die momentane Schockstarre an den Finanzmärkten lösen könnte, wird aktuell speziell die Einführung von Eurobonds genannt, also die Ausgabe gemeinschaftlicher Schuldtitel der im Euroraum verbundenen Staaten. Ein anderes Szenario wäre eine Vergemeinschaftung von Staatsschulden im Euroraum über einen massiven Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB oder durch die Rettungsschirm-Konstruktionen EFSF und ESM. Zweifelsohne hätten politische Entscheidungen dieser Tragweite Auswirkungen auf die Zinsmärkte. Schlussendlich muss in jedem dieser beiden Szenarien langfristig die gemeinschaftliche Haftung und damit eine einheitliche Euro-Rendite die Folge sein. Nach unserem Dafürhalten ist eine solche einheitliche Euro-Rendite kalkulierbar. Sie beträgt am aktuellen Rand nach unseren Überlegungen rund 2,6% für die zehnjährigen Laufzeiten. Auf diesen Wert würden sich bei einer weitergehenden Vergemeinschaftung der Haftung in Europa die Staatsanleiherenditen für Deutschland, Italien & Co. zubewegen. Betroffen von einem Angleichen der Zinssätze im Euroraum wären wohl auch angrenzende Kapitalmarktbereiche, so beispielsweise der Markt für Pfandbriefe.

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