Deutsche Konjunktur im Sommer schwächer

In den aktuellen Wirtschaftsdaten zeigen sich die Belastungen durch die Krise im Euro-Raum immer deutlicher. Nach den empfindlichen Rückgängen bei den Stimmungsindikatoren liefern nun auch schwächere, „harte“ Daten Anhaltspunkte für eine gedrosselte Konjunkturdynamik. So sind die Auftragseingänge der Industrieunternehmen im Juni deutlich zurückgefallen, auch die Produktion wurde im Vergleich zum Mai etwas nach unten gefahren. Die schwächere Nachfrage aus den Krisenländern schlägt sich auch bei den deutschen Exporten nieder, die aber andererseits noch von lebhaften Geschäften in den Märkten außerhalb der EU profitieren.

Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist von der Krise besonders betroffen, im zweiten Quartal 2012 gingen insgesamt rund fünf Prozent weniger Bestellungen ein als im Vorjahr. Aus den Ländern des Euro-Raums kamen zwischen April und Juni fast 13 Prozent weniger Orders, während die Kunden aus Nicht-EWU-Ländern ihre Aufträge um knapp zwei Prozent erhöhten. Im Investitionsgüterbereich ist die Nachfrage aus den EWU-Ländern sogar um mehr als 20 Prozent eingebrochen.

Andere Sektoren der deutschen Wirtschaft halten sich dagegen weiterhin recht stabil. Die Bauwirtschaft profitiert vom niedrigen Zinsniveau und einer anziehenden Immobiliennachfrage. Eine durch die gute Arbeitsmarktlage gestützte Kauflaune sorgt im Einzelhandel für (zumindest nominale) Umsatzsteigerungen. Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung in Deutschland im zweiten Quartal weiter angestiegen sein, allerdings nicht mehr so stark wie zu Jahresbeginn. Wir gehen von einem Plus von 0,3% aus, nach +0,5% im ersten Vierteljahr. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht eine erste Schätzung am kommenden Dienstag.

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