Rezession im Euro-Raum dauert an – Stimmung in Deutschland aber leicht erholt

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt weiter in der Rezession, das zeigen auch die neuesten Umfragen unter den Einkaufsmanagern. Im September ist das Stimmungsbarometer im EWU-Durchschnitt gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf 45,9 Punkte gesunken, das ist der tiefste Wert seit Juni 2009. Damit notiert dieser wichtige Indikator schon seit zwölf Monaten unter der „neutralen“ Schwelle von 50 Punkten. Während sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung immerhin den zweiten Monat in Folge leicht besserte, war bei den Dienstleistern das Geschäftsklima im September so schlecht wie zuletzt im Juli 2009. Mit der jüngsten Veröffentlichung wurde die Hoffnung zahlreicher Analysten enttäuscht, dass sich die Ankündigung des unbegrenzten Kaufs von Staatsanleihen durch die EZB bereits kurzfristig in der Wirtschaftsstimmung positiv bemerkbar machen könnte.

Spiegelbildlich verlief die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern: In Deutschland kletterte der Composite Index auf 49,7 Punkte und erreichte damit fast die Wachstumsschwelle, in Frankreich wurde dagegen ein überraschend starker Einbruch von 48,0 auf 44,1 Punkte verzeichnet, wobei sich in der Industrie und im Servicesektor die Stimmung gleichermaßen verschlechterte. Da die französische Industrie weiter unter sinkenden Auftragseingängen leidet, sackte für diesen Wirtschaftsbereich der PMI auf den niedrigsten Wert seit dem Frühjahr 2009. Auch die Ankündigung von recht massiven Steuererhöhungen durch die französische Regierung dürfte zu der Stimmungseintrübung im Nachbarland beigetragen haben. Ein ähnlich schlechtes Bild liefert nach Aussage des Markit-Institutes die Umfrage unter den Unternehmensmanagern in den Peripherieländern, wo die Konjunktur vorerst nicht auf die Beine kommt.

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