Neues Anleihenkaufprogramm der EZB lässt Bundrenditen steigen

Um den angeschlagenen Euro-Staaten ein Durchbrechen ihres Teufelskreises aus untragbaren Zinsbelastungen und Sparerfordernissen zu ermöglichen, soll sich der Druck der Finanzmärkte in Luft auflösen; zumindest sollen die kriselnden Staaten mehr Zeit bei ihren Sparaktivitäten erhalten. Eine Kombination aus Käufen am kurzen Ende der Renditestrukturkurve durch die europäische Notenbank (EZB) und Käufen am langen Ende durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verspricht Renditesenkungen entlang des gesamten Laufzeitenspektrums.

Die Ankündigung auf der jüngsten Sitzung des EZB-Rates über eine Neuauflage eines Anleihenkaufprogramms hat deutschen Staatsanleihen gewisse Kursverluste beschert. Bis in die abgelaufene Handelswoche hinein hat sich ein Renditeanstieg entlang der gesamten Kurve abgespielt. Wir gehen von einem zunächst anhaltenden Impuls aus. Auch Länder wie Finnland und die Niederlande sind betroffen; für die Kurse von Anleihen aus der Euro-Peripherie (Ausnahme: Griechenland) sollten dagegen weitere Gewinne am Staatsanleihemarkt zu beobachten sein. Durch das neue Anleihen-Ankaufprogramm steht den Währungshütern nun eine „unlimitierte Feuerkraft“ zur Verfügung, womit der Status des Sicheren Hafens, von dem Bundesanleihen stark profitieren konnten, nun langsam an Bedeutung verlieren sollte.

Vor diesem Hintergrund gehen wir nun davon aus, dass die Bundrenditen am langen Ende der Kurve ihren momentanen Marsch in Richtung 2% bis zum Prognosehorizont Jahresende 2013 fortsetzen werden. Die Auswirkungen auf das kurze Ende werden nach unserem Dafürhalten weniger deutlich ausgeprägt sein; die Renditestruktur sollte insgesamt steiler werden.

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