Aktienstrategie: Das Risiko einer Konsolidierung ist gestiegen

Die Staatsschuldenkrise wird die Aktienmärkte noch eine Weile belasten, denn die aktuelle Entwicklung spricht dafür, dass das konjunkturelle Wachstum vor allem in den südeuropäischen Staaten weiterhin enttäuschend ausfallen wird. Dem wird sich auch Deutschland nicht entziehen können. Das Gewinnwachstum der deutschen Unternehmen wird folglich weiterhin schwach ausfallen, und der Markt dürfte deshalb zunächst in einer recht breiten Spanne seitwärts tendieren.

Speziell in den zurückliegenden Wochen hat die hohe Überschussliquidität die Kurse getrieben – trotz der stagnierenden Gewinnschätzungen. Dies spricht dafür, dass der Markt vor einer Konsolidierung steht. Seit Jahresanfang haben die Aktienkurse immer sehr davon profitiert, wenn die großen Notenbanken Konjunktur stützende Maßnahmen beschlossen haben. Nach einer Zeit ist dieser Effekt dann jeweils verblasst.

Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass auch der Effekt der jüngsten Beschlüsse schon bald verpuffen wird, zumal die Schuldenkrise etwa durch die Massenproteste gegen die Reformpolitik in Spanien die Schuldenkrise wieder stärker in den Fokus der Investoren rückt. Der DAX hat sich schon zu weit von der fundamentalen Basis entfernt.

Die Berichtssaison für das dritte Quartal könnte einen Auslöser für eine DAX-Konsolidierung darstellen. Insbesondere für zyklische Unternehmen wie etwa Autoproduzenten oder deren Zulieferer sind die Erwartungen zuletzt stetig zu optimistisch gewesen. Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass nun ein heftiger Gewinneinbruch droht. Insbesondere mit dem Blick auf 2013 ist allerdings zu erwarten, dass die Gewinnschätzungen noch deutlich zu optimistisch sind und deshalb angepasst werden müssen, zumal in der Berichtssaison vermehrt mit Gewinnwarnungen zu rechnen ist.

Eine leichte Eintrübung des weltwirtschaftlichen Wachstums scheint bereits eingepreist. Aber das Risiko von Enttäuschungen, vor allem in zyklischen Sektoren, ist gewachsen.

Eine konjunkturelle Aufhellung erwarten wir erst 2014. Im nächsten Jahr werden alleine die notwendigen Sparmaßnahmen vieler Länder dazu führen, dass die Wachstumsaussichten eng begrenzt bleiben. Wir halten vor diesem Hintergrund auch das Ziel von 6.600 Punkten zum Jahresende für den DAX aufrecht. Optimistischer sind wir erst für die zweite Jahreshälfte 2013, wenn der Markt beginnen wird, die Aussichten für 2014 zu berücksichtigen.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *