Euro-Skepsis geht trotz anhaltender Hängepartie zurück

Die Hängepartie im Zuge der Staatsschuldenkrise in der Eurozone ging letzte Woche in eine neue Runde. Griechenland verhandelt weiter mit der Troika, und Spanien denkt immer noch über einen Hilfsantrag nach. Zudem scheinen die Vorstellungen von Zyperns Präsident Christofias an wichtigen Punkten von denen der Troika abzuweichen. Nichtsdestotrotz hat das Lager der Euro-Skeptiker weiter an Anhängern verloren. So ist das Ausmaß der spekulativen Euro-Short-Positionen an der Derivatebörse in Chicago auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen. Auf Basis der aus Optionspreisen abgeleiteten „Risk Reversals“, die als Gradmesser für die Markterwartung künftiger Wechselkursbewegungen gelten, sehen Marktteilnehmer zwar weiterhin das größere Risiko auf Seiten einer Euro-Abwertung. Die Schar der Euro-Zweifler ist allerdings derzeit so gering wie seit Oktober 2010 nicht mehr. Entscheidender Grund hierfür dürfte die Erwartung der Marktteilnehmer sein, dass die europäischen Notenbanken im Zweifelsfall Staatsanleihen ankaufen werden – ungeachtet der Aussagen von EZB-Präsident Draghi, der nicht müde wird, Spar- und Reformbemühungen als Voraussetzung für EZB-Hilfen zu betonen. Anzeichen für ein Ende der Hängepartie, das dem Euro Auftrieb geben sollte, sehen wir auf Sicht der kommenden Woche nicht.

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