Irland: Erfolge im Reformprozess

Im Gegensatz zu den anderen beiden Programm-Ländern Griechenland und Portugal konnte die Wirtschaftsleistung in Irland im Jahr 2011 schon wieder deutlich gesteigert werden, maßgeblich aufgrund der Exporte, während die inländische Nachfrage noch immer rückläufig war. Dies verwundert nicht, denn der Konsolidierungsdruck auf die öffentlichen Haushalte bleibt aufrecht erhalten, die hohe Arbeitslosigkeit belastet den privaten Konsum und der Immobiliensektor sucht nach fünf Jahren freien Falls noch immer den Boden. Mit Blick auf das Jahr 2013 dürfte sich die konjunkturelle Erholung weiter fortsetzen – und allmählich auch auf einer breiteren Basis stehen, wenn es nicht zu einer deutlichen Verschlechterung des außenwirtschaftlichen Umfelds kommt. Unter diesen Bedingungen dürfte der Pfad für den erfolgreichen Abschluss des Konsolidierungsprogramms Ende 2013 bereitet sein. In seinem bisherigen Verlauf hat Irland nahezu alle Anforderungen im Anpassungsprogramm erfüllt.

Irland hat große Fortschritte bei der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen gemacht und hält die Sparbemühungen aufrecht. Auch die Reform und Umstrukturierung des Bankensektors kommt gut voran. Zudem wurden zahlreiche Strukturreformen zur Belebung des Wettbewerbs und des Arbeitsmarkts auf den Weg gebracht. Erste erfolgreiche Schritte zur vollständigen Rückkehr an den Kapitalmarkt spätestens Ende 2013 wurden ebenfalls schon unternommen. Auch wenn noch zahlreiche Risiken auf dem Weg zu einer Normalisierung der wirtschaftlichen Situation liegen, kann man Irland im Gegensatz zu anderen Krisenländern sicherlich nicht als einen Wackelkandidaten mit Bezug auf eine erfolgreiche Sanierung bezeichnen.

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