Spanien steht im Fokus

Die europäischen Rentenmärkte zeigen sich aktuell im Niemandsland und mithin in einem schwebenden Zustand ohne klare Richtung. Starke kurze Bewegungen in jedwede Richtung kommen und gehen; die Renditen zehnjähriger Bunds pendeln derweil um die Marke von 1,50%, diejenigen der Zweijährigen knapp über der Nulllinie. Mehr Klarheit kann unter den aktuellen Marktgegebenheiten wohl nur ein Hilfsantrag aus Madrid schaffen. Ganz Europa pocht auf Spaniens Entscheidung, den Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen. Erst ein offizieller Antrag kann abgestimmte Rettungsbemühungen in Gang bringen. Bis dahin kann, und hier scheinen sich Notenbank, Politik und Finanzmärkte einig, das so sehr geschwächte Vertrauen in Europa kaum neu aufgebaut werden. Wenig Neues gibt es von fundamentaler Seite zu berichten. Die wirtschaftlich angeschlagene Peripherie tritt auf der Stelle. Im Kern Europas steht nach wie vor Deutschland im Zentrum der Aufmerksamkeit, wo die Konjunkturindikatoren ein zunehmend trüberes Bild zeichnen. Nichtsdestotrotz sehen wir Deutschland weiterhin als den wichtigsten Wirtschaftsmotor Europas. Die Nachfrage nach deutschen Schuldverschreibungen sollte nicht nur aus einem rein fundamentalen Blickwinkel heraus weiter hoch bleiben. Unter der Bedingung eines Hilfsantrages aus Spanien sehen wir ein klares Überwiegen des finanzpolitischen Effektes gegenüber der fundamentalen Einschätzung. Daher rechnen wir mit Blick auf die kommenden drei Monate bei zehnjährigen Bundesanleihen mit einem Renditeanstieg auf 1,60%. Eine weitere Risikoreduzierung im Euroraum sollte diese auf Sicht von zwölf Monaten sogar bis auf 1,80% ansteigen lassen.

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