US-Renditen vor moderatem Anstieg

Im Dezember 2012 läuft das Staatsanleihentauschprogramm „Operation Twist“ der US-Notenbank aus. Wir gehen davon aus, dass die Fed neben dem derzeit laufenden Ankaufprogramm von Hypothekenanleihen (QE3) Anfang des kommenden Jahres ein weiteres Staatsanleihenankaufprogramm aus der Taufe  heben wird. Dessen Aufgabe wird es wohl sein, einem möglichen Renditeanstieg der US-Staatsanleihen entgegenzuwirken. Nach unserer Prognosen dürften die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries bis Dezember 2013 langsam auf 2,10% ansteigen. Die Gründe für einen Anstieg sind unseres Erachtens erstens eine für Europa erwartete Erholung der Finanzmärkte und, damit einhergehend, Rückflüsse von Kapital nach Europa sowie zweitens eine sich verschlechternde Bonität der Vereinigten Staaten. Kürzungen der öffentlichen Ausgaben, wie sie bislang laut „automatischer“ Haushaltskonsolidierung vorgeschrieben sind, wird es wohl vorerst nicht geben, da die US-Volkswirtschaft sonst über das „fiskalische Kliff“ in eine Rezession stürzen würde. Daher wird dem demnächst zu wählenden neuen US-Präsidenten kaum eine andere Wahl bleiben, als die „automatischen“ Budgetrestriktionen auszusetzen, die Steuern nicht zu erhöhen und bis auf Weiteres hohe Defizite zu akzeptieren. Zur ordentlichen Bedienung des Schuldenbergs der Vereinigten Staaten von aktuell mehr als 16 Billionen US-Dollar bedarf es unter anderem eines weiterhin niedrigen Zinsniveaus. Wir gehen nicht zuletzt deshalb davon aus, dass die Fed wie angekündigt ihre Leitzinsen bei Null belassen wird. Gepaart mit einem weiteren Ankaufprogramm für länger laufende Staatsanleihen sollten diese Maßnahmen einem nachhaltigen Anstieg der US-Treasury-Renditen vorerst entgegenstehen.

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