Die Eurokrise legt eine Pause ein

Zuletzt wichen die guten Nachrichten zur Eurokrise der Erkenntnis, dass die Berichtssaison zum dritten Quartal aufgrund der geringeren wirtschaftlichen Dynamik enttäuschen könnte, so dass die Kursentwicklung stagnierte.

Wir gehen davon aus, dass Griechenland die nächste Tranche aus dem vereinbarten Hilfspaket bekommen wird, und rechnen im Falle Spaniens in Kürze mit einem Hilfsantrag an den ESM. Beides wird nach unserer Einschätzung am Kapitalmarkt bereits erwartet und dürfte kaum überraschen.

Angesichts der bisher schon erreichten Jahresentwicklung sind wir unverändert der Ansicht, dass Konsolidierungsbedarf besteht. Dass die Marke von 6.600 Punkten im DAX angesichts der zur Verfügung gestellten Liquidität erreicht wird, ist jedoch zunehmend unrealistisch. Wir erwarten das Erreichen eines Kursniveaus unterhalb von 7.000 Punkten im DAX (EuroStoxx 50: 2.400 Punkte) bis Mitte Dezember.

Anfang 2013 ist aufgrund der sich verbessernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit weiter anziehenden Kursen zu rechnen, bevor im Frühjahr die Zitterpartie im Hinblick auf die Wahl in Italien beginnt. Eine konstruktive Regierungsbildung in Italien unterstellt, dürften DAX & Co. im Verlauf des zweiten Quartals deutlicher zulegen. Zur Jahresmitte erwarten wir im DAX 7.800 Punkte (EuroStoxx 50: 2.750). Das zyklische Hoch dürfte im Verlauf von Q2 erreicht werden. Die Aufwärtsrevision unserer Prognose ergibt sich insbesondere aus dem aggressiver als erwarteten Handeln der Notenbanken und der daraus folgenden Einschätzung, dass „die Krise eine Pause einlegt“.

In der zweiten Jahreshälfte 2013 dürfte die „italienisch-französische Bewährungsprobe“ für den Euro und auch für die Aktienmärkte entscheidend sein. Halten sich beide Länder an ihre Versprechungen, spricht aus wirtschaftlicher Sicht einiges für ein weiterhin freundliches Marktumfeld. Sollte sich eines der genannten Länder nicht disziplinieren, Spar- und Reformbemühungen unterlassen oder schleifen lassen, drohen erhebliche Turbulenzen.

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