SNB trennt sich von Euro-Reserven

Drei Dinge gehören derzeit zum guten Ton bei der Analyse des Schweizer Franken. Zum ersten die Feststellung, dass Euro-Franken keine Anstalten macht, seine enge Handelsspanne in der Nähe der 1,21 Schweizer Franken zu verlassen. Zum zweiten der Verweis auf die Euro-Schuldenkrise und die latente Gefahr, dass eine Eskalation selbiger zu wieder zunehmendem Aufwertungsdruck auf den Franken führen könnte. Und zum dritten der kritische Blick auf die Entwicklung der Schweizer Devisenreserven beziehungsweise die damit verbundenen schwelenden Bilanzrisiken für die SNB. Heute widmen wir uns dem letzten Punkt und stellen eine starke Verschiebung in der Währungsallokation der Reserven fest. Im dritten Quartal hält die SNB nur noch 48% ihrer Reserven in Euro, nach 60% im zweiten Quartal. Der Dollar-Anteil ist dagegen von 22% auf 28% gestiegen, der des Pfunds hat sich mehr als verdoppelt (7% nach 3%).

Verliert die SNB das Vertrauen in den Euro? Mitnichten. Dass die SNB im dritten Quartal Euro-Reserven im Wert von 8,5 Mrd. EURO verkauft hat, ist lediglich eine Reaktion auf die interventionsbedingt einseitige Anhäufung von Euro-Reserven im zweiten Quartal (Anstieg von 103 Mrd. EURO auf 182,5 Mrd. EURO), die jetzt korrigiert wird. Eine angemessene Diversifizierung ihres Portfolios im Hinblick auf Währungsrisiken ist für die SNB nicht minder bedeutsam als für andere Finanzmarktinvestoren.

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