Konjunktur in Deutschland vor schwachem Winterhalbjahr

Die in den letzten Tagen veröffentlichten Wirtschaftsdaten sprechen eine deutliche Sprache: Die deutsche Konjunktur wird zunehmend belastet durch die Krise in den anderen europäischen Ländern, vor allem die Industrie leidet unter der wegbrechenden Nachfrage. Zwar laufen die Geschäfte mit den außereuropäischen Kunden weiterhin sehr gut, doch kann das die Ausfälle im EWU-internen Handel nicht ganz kompensieren.

Das zeigt sich besonders bei den Auftragseingängen in der Industrie, die im September gegenüber dem Vormonat um 3,3 % zurückgingen. Der Bestellrückgang ergab sich dabei vor allem aus der schwachen Auslandsnachfrage (-4,5 %), insbesondere aus der Eurozone (-9,6 %). Aber auch das Volumen der Auftragseingänge aus dem Inland nahm leicht ab, wobei sich die Abschwächung quer durch die industriellen Bereiche zog. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging im September gegenüber dem Vormonat um 1,8 % zurück, ausschlaggebend dafür war die um 2,3 % reduzierte Industrieproduktion, während der Bau zuletzt wieder zulegen konnte. Auch die heute veröffentlichten Daten zur Außenhandelsentwicklung im September fielen schwach aus, die deutschen Ausfuhren waren um 3,4 % und die deutschen Einfuhren um 3,6 % niedriger als im September 2011. Kalender- und saisonbereinigt sanken die Ausfuhren gegenüber August 2012 um 2,5 % und die Einfuhren um 1,6 %.

Insgesamt gesehen dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung im dritten Quartal, trotz des schwachen Septembers, noch merklich gewachsen sein, eine erste Schätzung dazu wird das Statistische Bundesamt am kommenden Donnerstag vorlegen. Für das laufende Quartal zeichnet sich aber eine deutliche konjunkturelle Abschwächung ab. Wir rechnen zwar weiterhin nicht mit einer Rezession in Deutschland, doch das Wachstum dürfte im Winterhalbjahr wohl zum Erliegen kommen. Erst im Verlauf des nächsten Jahres ist dann wieder mit einer allmählichen Erholung zu rechnen.

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