Hoffnung auf einen Themenwechsel – mehr aber auch nicht

Trotz aller Hoffnungsschimmer scheint ein Abflauen der europäischen Staatsschuldenkrise alles andere als nahe. So ist die Wirtschaft im Euroraum das zweite Mal innerhalb von etwa vier Jahren in eine Rezession gerutscht. Spanien hat immer noch keinen Rettungsantrag gestellt und Griechenland weiterhin keinen Cent der bis Ende des Jahres zugesagten Hilfszahlungen erhalten. Mit Blick auf die kommenden Wochen gibt es dennoch eine gute Nachricht. So besteht die begründete Hoffnung darauf, dass die Diskussion um Griechenland in naher Zukunft abflaut, sollte die griechische Regierung die im Raum stehenden Hilfstranchen erst einmal erhalten haben. Dies gilt insbesondere, da sich alle bis Mitte 2013 fälligen kurz- und langlaufenden Staatsanleihen Griechenlands im Besitz der Europäischen Zentralbank befinden dürften – ein Gläubiger, der ein großes Interesse daran hat, den Zahlungsausfall eines Euro-Mitglieds zu vermeiden. Falls es gelingen sollte, das Thema Griechenland in den Hintergrund zu drängen, dürften sich rasch alternative Diskussionsfelder finden. In den USA verfügen die Aussicht auf zusätzliche Anleiheankäufe durch die US-Zentralbank sowie das bevorstehende „Fiscal Cliff“ über das Potenzial, die Devisenmärkte zu bewegen. Diesseits des Atlantiks bietet sich insbesondere der in Italien bevorstehende Wahlkampf an. In den nächsten Tagen dürfte die Diskussion um Griechenland allerdings noch die Oberhand behalten und den Euro unter Druck setzen.

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