Schwaches Wachstum in Deutschland, Euro-Raum in der Rezession

Die Konjunktur in Deutschland hat sich im Sommer weiter abgeschwächt. Die deutsche Wirtschaft bleibt zwar – anders als in den meisten europäischen Nachbarländern – auch im dritten Quartal auf Wachstumskurs. Nach vorläufiger Berechnung wurde aber lediglich eine Wachstumsrate von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gemeldet (Q2: +0,3 Prozent). Dabei haben – wie schon im Frühjahr – vor allem die Kauffreude der Verbraucher und der immer noch gute Außenhandel zum per saldo leicht positiven Ergebnis im abgelaufenen Vierteljahr beigetragen. Die Exporte der deutschen Unternehmen stiegen auch im abgelaufenen Quartal stärker als die Importe. Mit Blick auf das Winterhalbjahr gehen wir jedoch von einer noch schwächeren Wirtschaftsdynamik in Deutschland aus.

Im gesamten Euro-Raum ist die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal erneut leicht geschrumpft. Mit dem zweiten Rückgang in Folge gegenüber dem Vorquartal befindet sich die Gemeinschaft der Euroländer damit in einer „technischen“ Rezession. Während in Frankreich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch leicht gesteigert werden konnte, verzeichneten die Niederlande den stärksten Einbruch seit dem zweiten Quartal 2009. In Italien und Spanien sank die Wirtschaftsleistung bereits das fünfte Quartal in Folge, wenn auch etwas langsamer als in den vorangegangenen Quartalen. Ein ähnliches Bild einer anhaltenden Rezession liefert auch Portugal mit einem kräftigen Minus gegenüber dem Vorquartal. Noch schlechter steht es nur um die griechische Wirtschaft, deren BIP nach einer ersten Schätzung im dritten Quartal sogar um 7,2 Prozent unter dem Niveau vom Vorjahresquartal lag.

Auch im laufenden Quartal dürfte die Wirtschaftleistung des gesamten Euro-Raums sinken, zumal es sich bei den erstaunlich positiven Zahlen aus Frankreich für das dritte Quartal nur um ein Strohfeuer gehandelt haben dürfte. Im Jahr 2012 dürfte das BIP im Euro-Raum per saldo um rund ein halbes Prozent sinken. Wegen des anhaltenden Konsolidierungskurses wird in den meisten Euroländern die Inlandsnachfrage auch 2013 durch erhebliche Belastungen für Privathaushalte und Unternehmen gebremst, sodass im kommenden Jahr die Wirtschaftsleistung bestenfalls stagnieren dürfte.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *