Asymmetrisches Chance-Risikoprofil im Euro

Der Euro geht derzeit fest davon aus, dass Griechenland schon „irgendwie“ gerettet werden wird. Insofern ist die Chance größerer Kursgewinne als Reaktion auf eine Einigung nur sehr limitiert. Dass es auch kommende Woche keine Einigung geben könnte, scheint dagegen kein verbreitetes Szenario und könnte eher für Kursreaktionen sorgen. Umgekehrt asymmetrisch ist die Risiko-Chance-Verteilung für ein wichtiges US-Thema, die Fiskalklippe. Sollte es schon in den kommenden Tagen zu einer haushaltspolitischen Einigung kommen, die die automatischen Ausgabenkürzungen außer Kraft setzt, wäre dies ein willkommener Anlass für Kursgewinne des Dollar. Sollte die Einigung dagegen ausbleiben, würde es zum jetzigen Zeitpunkt noch niemanden beunruhigen.

Die Finanzplanung für Griechenland ist nicht das einzige Thema, bei dem Europa der Weltöffentlichkeit seine Zerrissenheit demonstriert. Der EU-Gipfel, bei dem es um die Sieben-Jahres-Planung des EU-Budgets geht, wäre für die Finanzmärkte sonst kaum der Aufmerksamkeit wert. Dass sich aber auch in dieser Frage derzeit kein Kompromiss abzeichnet, dürfte den Vertrauensverlust der Investoren ebenso unterstreichen wie ein Sieg der Nationalisten bei den vorgezogenen Regionalwahlen in Katalonien, die einen von Spanien unabhängigen Staat fordern. Fügt man zu dieser Gemengelage noch die Veröffentlichung des Ifo-Index hinzu, für den die Markterwartungen einen Rückgang einpreisen, fällt es derzeit schwer, für Euro-Dollar übermäßige Euphorie zu entwickeln.

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