Rezession im Euro-Raum dauert an – Einkaufsmanager pessimistisch

Die Wirtschaft im Euro-Raum verbleibt weiterhin in der Rezession. Die Umfragen unter den EWU-Einkaufsmanagern geben im Moment keinen Hinweis auf eine baldige konjunkturelle Verbesserung. Im November ist das Stimmungsbarometer für den Durchschnitt des Euro-Raums gegenüber dem Vormonat zwar um 0,1 Punkte auf 45,8 Punkte gestiegen, dennoch befindet sich dieser wichtige Indikator seit nunmehr fünfzehn Monaten – mit der Ausnahme des Januars 2012 – unter der „neutralen“ Schwelle von 50 Punkten. Während sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung immerhin leicht besserte und sich mit 46,2 Indexpunkten auf einem 8-Monatshoch befindet, war bei den Dienstleistungsunternehmen das Geschäftsklima mit 45,7 Indexpunkten im November so schlecht wie seit 40 Monaten nicht mehr. Nach offiziellen Angaben sank das BIP im Euro-Raum im dritten Quartal um 0,1 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2012. Mit der Veröffentlichung der heutigen Umfragedaten zeigt sich, dass sich die Talfahrt der Wirtschaftsleistung im Euro-Raum weiter fortsetzen dürfte.

Die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich bleibt ebenfalls abwärts gerichtet, auch wenn sich der Abschwung ein wenig verlangsamt hat. In Deutschland stieg der Composite Index auf 47,9 Punkte nach 47,7 Punkten im Oktober, in Frankreich wurde ein Anstieg von 43,5 auf 44,6 Punkte verzeichnet. In Deutschland verschlechterte sich die Stimmung im Dienstleistungsbereich und war den Einkaufsmanagern zufolge so schlecht wie seit 41 Monaten mehr, während die Industrieunternehmen etwas zuversichtlicher waren. In Frankreich konnten dagegen beide Teilbereiche leicht zulegen. Dennoch notieren in beiden Ländern die Kennzahlen für die Industrie und für die Dienstleister weiterhin in Bereichen, die eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität andeutet. Mehr und mehr scheint auch der bisher konjunkturell stabile Kern des Euro-Raums in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Nach Aussage des Markit-Institutes zeigt die Umfrage unter den Unternehmensmanagern in den restlichen Ländern des Euro-Raums, dass dort die Konjunktur nicht auf die Beine kommt, vielmehr hat sich der Abschwung weiter beschleunigt.

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