Fed weitet expansive Maßnahmen aus

Der geldpolitische Rat der US-Notenbank hat gestern beschlossen, ab Januar Staatsanleihen im Umfang von 45 Mrd. US-Dollar monatlich zu kaufen. Daneben wurden konkrete Zielmarken für die Geldpolitik eingeführt. So wird die Fed die Leitzinsen solange bei 0-0,25% belassen, wie die Arbeitslosenquote oberhalb der Marke von 6,5% liegt und die Inflation keine Sorgen bereitet.

Ende 2013 wird die Fed-Bilanz durch die Ausweitung der quantitativen Lockerung um insgesamt 1,02 Billionen US-Dollar größer sein als derzeit: 480 Mrd. US-Dollar MBS und 540 Mrd. US-Dollar US-Treasuries. Die Zentralbankgeldmenge wird in der Folge steigen, was längerfristig Inflationsgefahren bedeuten könnte. Ausgesprochenes Ziel dieser Politik ist es, über Staatsanleihenkäufe die Renditen der längeren Laufzeiten niedrig zu halten und damit das Wirtschaftswachstum zu fördern. Der Kauf hypothekengedeckter Anleihen ist auf den Immobilienmarkt gerichtet. Die Fed betreibt recht unverblümt eine Politik der finanziellen Repression. Sie ebnet den Weg, das immense Volumen von Staatsanleihen aufzufangen und über niedrige Renditen den US-Schuldenberg zumindest weniger stark wachsen zu lassen. Immerhin wird sie im kommenden Jahr etwa die Hälfte des Nettoemissionsvolumens an Staatsanleihen abnehmen.

Die Fed ist in ihrer expansiven Ausrichtung gestern noch einen Schritt weiter gegangen als bisher, da sie ihre Bilanz erneut deutlich verlängern wird. Die Auswirkungen auf die Renditen am langen Ende der Kurve dürften begrenzt bleiben, denn in den vergangenen Monaten wurden im Rahmen von Operation Twist schon durchschnittlich 45 Mrd. US-Dollar US-Treasuries pro Monat erworben. Die Vorgabe einer expliziten Zielgröße für die Geldpolitik ändert wenig an der Ausrichtung der Geldpolitik, da Bernanke schon vorher angekündigt hatte, die Leitzinsen bis weit ins Jahr 2015 unverändert zu lassen.

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