Abschwung im Euro-Raum dauert an

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt zwar weiterhin in der Rezession, zum Jahresende haben sich die Einschätzungen der Einkaufsmanager im Euro-Raum jedoch etwas verbessert. Im Dezember ist der Composite-Index für den Euro-Raum gegenüber dem Vormonat um 0,8 Punkte auf 47,3 Punkte gestiegen und befindet sich damit auf dem höchsten Stand seit neun Monaten. Zwar bewegt sich der Indikator noch immer im rezessiven Bereich unterhalb von 50 Indexpunkten, nähert sich dieser Grenze aber wieder an.

Im verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich die Stimmung im Euro-Raum leicht und befindet sich auf einem 9-Monatshoch. Bei den Dienstleistungsunternehmen stieg das Geschäftsklima ebenfalls. Zwar deuten die aktuellen vorläufigen Daten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation zum Jahresende 2012 an, dennoch dürfte die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal weiter schwach bleiben, eine Verschärfung des Abschwungs wird aber voraussichtlich nicht eintreten. Ein Ende der Rezession im Euro-Raum zum Jahresende ist damit noch nicht in Sicht.

Die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich war ebenfalls aufwärts gerichtet. Gerade in Deutschland stieg der Composite-Index auf 50,5 Punkte, was maßgeblich auf eine Verbesserung im Dienstleistungsbereich auf 52,1 Indexpunkte zurückzuführen ist. Damit liegen sowohl der Composite- und der Dienstleistungsindex in Deutschland nicht mehr im rezessiven Bereich. Für den Bereich der Industrie sank der Index dagegen leicht. Hier war es die Auftragskomponente, die maßgeblich einem Anstieg entgegenstand. Die heutigen Daten liegen im Einklang mit den letzten Verbesserungen des ifo-Geschäftsklimaindex oder des ZEW-Index. Zusammengenommen dürfte die deutsche Volkswirtschaft nach einem schwachen vierten Quartal 2012 Anfang 2013 allmählich wieder an Fahrt gewinnen.

In Frankreich wurde ein Anstieg des Composite-Index von 44,3 auf 45,0 Punkte verzeichnet, der höchste Wert seit vier Monaten. Sowohl bei den Dienstleistungen als auch in der Industrie konnten sich die Teilkomponenten leicht verbessern, verbleiben aber weiter im Kontraktionsbereich. Damit hat sich nach vorläufigen Berechnungen die Abschwungdynamik verlangsamt, hält aber weiter an. Die französische Volkswirtschaft wird sich vor der Jahresmitte 2013 wohl kaum nennenswert erholen können.

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