Diversifizierung der Reservehaltung internationaler Notenbanken schreitet voran

Der IWF hat pünktlich zum Jahresende seine Daten zur Allokation der internationalen Devisenreserven auf den neusten Stand gebracht, die nun bis Ende Q3 2012 zur Verfügung stehen. Zwar zählen die beiden größten Reservehalter, China und Japan, zu den Zentralbanken, die sich bisher weigern, ihre Daten zur Veröffentlichung bereitzustellen. Dennoch geben die Zahlen wichtige Hinweise über das Verhalten der Zentralbanken im Verlauf des nun vergangenen Jahres.

Zunächst ist allgemein festzuhalten, dass die globalen Devisenreserven 2012 zwar weiter angestiegen sind, die Wachstumsraten der Reserven allerdings sehr moderat waren. So sind die Reserven im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 6% gestiegen, was deutlich unter der durchschnittlichen Wachstumsrate der vergangenen Jahre (fast 14%) liegt. Die regionale Auswertung zeigt, dass die Schweiz 2012 den größten Reserveanstieg zu vermelden hatte (sowohl prozentual als auch nominal), gefolgt von China und Russland (nominal) oder Hong Kong und der Eurozone (prozentual).

Was die Allokation der Reserven betrifft, so ist deutlich zu erkennen, dass Zentralbanken weiterhin aktive Schritte unternehmen, ihre Reserven weiter zu diversifizieren. Reserven in JPY, CHF, GBP und sogenannten „anderen Währungen“ stiegen überdurchschnittlich an, während das Wachstum in den USD Reserven durchschnittlich, das Wachstum der Euro Reserven sogar unterdurchschnittlich war. Bereinigt man die Daten um Kursentwicklungen (die Daten werden in USD angegeben), sieht man sogar, dass die Euro Reserven leicht gefallen sind. Reserven in Währungen außer USD und Euro machen nunmehr fast 14% der Gesamtreserven aus, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu vorher.

Dennoch ist festzustellen, dass weiterhin 86% der globalen Devisenreserven in USD und Euro gehalten werden. Trotz der offensichtlichen Bemühungen, aktiv zu diversifizieren, bleibt vielen Zentralbanken wenig Spielraum, ihre Währungsallokation signifikant zu verändern. Interessant ist allerdings, dass der Anteil der USD Reserven im Verlauf des dritten Quartals 2012 wieder leicht angestiegen ist (62,2% von 61,1%), was zu bestätigen scheint, dass der USD in dieser Zeit weiterhin als sicherer Hafen wahrgenommen wurde. Der Euro hatte indes das Nachsehen, sein Anteil an den Reserven ist auf 23,9% gesunken (von 26,0%).

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