Emissionen der EWU-Staaten 2013 kaum rückläufig

In diesem Jahr dürfte das Gesamtemissionsvolumen der staatlichen Emittenten des Euroraums nur leicht niedriger ausfallen als 2012. Wir rechnen für den Kapitalmarkt mit einem Bruttoemissionsvolumen von 777 Mrd. Euro. Im Jahresverlauf müssen etwa 580 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen werden, um fällig werdende Anleihen abzulösen. Die von den verschiedenen Regierungen angekündigten und teilweise schon beschlossenen Sparmaßnahmen reduzieren das Nettoemissionsvolumen der Zentralregierungen im Euroraum im Vergleich zum Vorjahr noch nicht wirklich spürbar. Je nachdem, ob einige Länder unter den aufgespannten Rettungsschirm schlüpfen oder nicht, wird sich das emittierte Volumen in den jeweiligen Ländern verringern; gegebenenfalls wird der europäische Rettungsschirm mehr emittieren. Das Doppel aus ESM und EFSF dürfte im laufenden Jahr mit rund 67 Mrd. Euro einen deutlich höheren Refinanzierungsbedarf haben als im zurückliegenden Jahr, als das Emissionsvolumen etwas weniger als 40 Mrd. Euro betragen hat. Den Kapitalmarkt will der ESM erst in der zweiten Jahreshälfte in Anspruch nehmen. Die EFSF wird 2013 die Anpassungsprogramme für Irland, Portugal und Griechenland weiter mitfinanzieren, in diesem Jahr jedoch keine Geldmarktpapiere mehr emittieren; vielmehr sollen auslaufende Titel durch Transaktionen des ESM ersetzt werden. Das Finanzierungsvolumen derjenigen drei Länder, die sich momentan unter dem europäischen Rettungsschirm befinden, beträgt etwa 27 Mrd. Euro. Hinzu kommen Fälligkeiten in Höhe von 33 Mrd. Euro. Zusammengenommen beträgt damit das Funding-Volumen der Rettungsschirme etwa 67 Mrd. Euro. In Form des langfristigen Funding sollen 58 Mrd. Euro aufgenommen werden. Der ESM braucht insgesamt 9 Mrd. Euro. Die zu erwartenden Emissionsvolumina bieten der Anlegerschar wieder vielfältige Investitionsmöglichkeiten. Die Renditen dieser Emittenten liegen in vielen Fällen, trotz jüngst zusammengelaufener Renditeaufschläge zu Bunds, im attraktiven Bereich.

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