Einkaufsmanager-Indizes im Euro-Raum: Licht und Schatten zum Jahresbeginn

Die Wirtschaft im Euro-Raum steckt zwar immer noch in der Rezession, zum Jahresanfang haben sich die Einschätzungen der Einkaufsmanager im Euro-Raum jedoch weiter verbessert. Im Januar ist der Composite-Index für den Euro-Raum gegenüber dem Vormonat nach vorläufigen Daten um 1,0 Punkte auf 48,2 Punkte gestiegen und befindet sich damit auf dem höchsten Stand seit 10 Monaten. Zwar bewegt sich der Indikator noch immer im rezessiven Bereich unterhalb von 50 Indexpunkten, die Abschwungdynamik der wirtschaftlichen Aktivität nimmt jedoch weiter ab.

Im verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich die Stimmung im Euro-Raum leicht und befindet sich auf einem 10-Monatshoch. Bei den Dienstleistungsunternehmen stiegen die Einschätzungen ebenfalls. Zwar deuten die aktuellen vorläufigen Daten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation zum Jahresanfang 2013 an, dennoch dürfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal weiter abnehmen. Eine nochmalige Verschärfung des Abschwungs im Euro-Raum sollte nach den heutigen Daten voraussichtlich aber nicht mehr eintreten.

Die Entwicklung in den beiden größten Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich lief dabei merklich auseinander. In Deutschland stieg der Composite-Index auf 53,6 Punkte, was maßgeblich auf eine Verbesserung im Dienstleistungsbereich auf 55,3 Indexpunkte zurückzuführen ist. Auch der Index für die Industrie legte zu, befindet sich aber mit 48,8 noch im rezessiven Bereich. Die heutigen Daten liegen insgesamt im Einklang mit den letzten Verbesserungen des ZEW-Index. Zusammengenommen dürfte damit eine weitere Schrumpfung des BIP auf dieser Basis im ersten Quartal ausgeschlossen werden können. Vielmehr dürfte der konjunkturelle Start in das Jahr 2013 erfreulicher ausfallen sein als das Jahr 2012 endete, als das das deutsche BIP im vierten Quartal 2012 um etwa 0,5 Prozent gesunken ist.

In Frankreich verschlechterte sich dagegen die Stimmung deutlich. Beim Composite-Index wurde ein merkliches Absinken von 44,6 auf 42,7 Punkte verzeichnet, der niedrigste Wert seit 46 Monaten. Sowohl bei den Dienstleistungen als auch in der Industrie knickten beide Indizes deutlich ein und entfernten sich noch weiter von der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Damit verschärft sich in der zweitgrößten Volkswirtschaft des Währungsraums den französischen Einkaufsmanagern zufolge die Kontraktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft zum Jahresbeginn 2013 erneut. Wir erwarten hier bestenfalls eine Stagnation für das BIP im ersten Quartal 2013.

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