Suchen Europäische Investoren ihr Glück im Ausland?

Der durchschnittliche EURO-US-Dollar Wechselkurs liegt seit Beginn der Krise bei 1,35 US-Dollar und somit fast 15% über seinem ursprünglichen Eintrittskurs. Die anhaltende Stärke des Euro gab zwar immer wieder Rätsel auf, war aber ganz einfach der Tatsache geschuldet, dass internationale Investoren kaum Möglichkeiten sahen, ihre Investitionen in der Eurozone signifikant zu reduzieren. Im Gegenteil, die Rentenmärkte Kerneuropas galten auch während der Krise als attraktive sichere Häfen. Kapital bewegte sich innerhalb der Eurozone, wurde aber nicht abgezogen. Hinzu kamen die zeitweise substantiellen Kapitalrückführungen von europäischen Investoren, die in Zeiten der Krise die vermeindliche Sicherheit der heimischen Märkte suchten. All dies trug dazu bei, den Euro zu schützen. Doch im Verlauf des vergangen Jahres konnten wir, trotz der eindeutigen Verbesserung der allgemeinen Marktstimmung, vor allem in der zweiten Jahreshälfte einige Entwicklungen beobachten, die dieses System in Frage stellen könnten.

Zwar investieren ausländische Investoren nach wie vor in europäische Rentenmärkte, aber die Netto-Zuströme haben nicht zugenommen. Im Gegenteil, Portfolioinvestitionen in die Eurozone sanken 2012 sogar leicht. Zwar blieb die Nachfrage nach den Rentenmärkten Kerneuropas groß, doch das extrem niedrige Zinsniveau, in Kombination mit der sich aufhellenden Marktstimmung, hat Investoren vermehrt dazu bewogen, sich außerhalb der Eurozone zu orientieren. Dies alleine wäre nicht dramatisch, wäre da nicht die Tatsache, dass zur gleichen Zeit europäische Investoren vermehrt Interesse an Auslandsinvestitionen zeigten. War im Jahr 2011 noch eine Repatriierung von  71 Mrd. Euro zu beobachten, so wurden 2012 144 Mrd. Euro an Kapital ins Ausland geschickt. Die Kombination aus einer leicht nachlassenden Nachfrage seitens der ausländischen Investoren und einer verstärkten Nachfrage nach Auslandsinvestitionen seitens europäischer Investoren hat dazu geführt, dass die Netto- Portfolioinvestitionen in vergangenen Jahr auf  71 Mrd. Euro zurückgegangen sind (im Vergleich zu 325 Mrd. Euro im Vorjahr). 

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