Politisches Störfeuer voraussichtlich nur temporär

Nachdem die Stimmung an den Rentenmärkten zu Jahresbeginn sehr positiv war, trübt sie sich nun leicht ein. Dabei wird deutlich, dass die ökonomischen Probleme der Peripheriestaaten weiterhin nicht gelöst sind. Gegenwärtig ist es aber vor allem die politische Diskussion, die Unsicherheiten ausgelöst hat. So kämpft der spanische Ministerpräsident mit einer Korruptionsaffäre, und in Italien verbessern sich die Meinungsumfragen für das Lager um Silvio Berlusconi. Sollte die Regierung Rajoy in Madrid an der Affäre zerbrechen oder sollte die Bildung einer neuen Regierung in Italien nur unter Berlusconis Beteiligung möglich sein, wären dies erhebliche Rückschritte bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise. So weit ist es aber bisher nicht. Wir gehen davon aus, dass die Regierung Rajoy weiter fest im Sattel sitzt und dass die neue Regierung in Italien ohne Berlusconi gebildet wird. Bis zu den Wahlen am 24. und 25. Februar könnten die Märkte dennoch nervös tendieren.

Erwartungsgemäß haben die europäischen Währungshüter bei ihrem jüngsten Zusammentreffen den Leitzins unverändert bei 0,75% belassen. Wir gehen davon aus, dass die EZB-Verantwortlichen auf Sicht von zwölf Monaten an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten werden. Dass derweil die Verbraucherpreise in der Gesamtrate über den gesamten Prognosehorizont hinweg oberhalb der von den Währungshütern anvisierten Marke verharren, sollte die Zentralbank nicht davon abhalten, Liquidität weiterhin in jeder gewünschten Menge bereitzustellen, zumal die Kerninflation unterhalb von 2% in der Jahresrate verbleiben sollte. Wir gehen in unserer Zinsprognose nunmehr davon aus, dass am kurzen Ende der Bund-Kurve im weiteren Jahresverlauf eine Bewegung in Richtung 0,75%, dem Niveau des Refisatzes, einsetzt, während wir für das lange Ende keinen deutlicheren Anstieg als bislang prognostiziert erwarten. Zum Jahresende 2013 sollten die Renditen der zehnjährigen Bundestitel die Marke von 2% erreichen.

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