Euro-Raum weiter in der Rezession – deutsche Wirtschaft erleidet merklichen Rückgang

Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum ist im vierten Quartal mit einem Minus von 0,6 Prozent erneut rückläufig gewesen. Mit dem dritten Rückgang in Folge gegenüber dem Vorquartal befindet sich die Gemeinschaft der Euroländer damit weiterhin in der Rezession. Selbst die deutsche Wirtschaft, die im abgelaufenen Jahr 2012 der Rezession im Euro-Raum noch widerstehen konnte, musste einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent verzeichnen. Nach vorliegenden Daten ist in fast allen EWU-Mitgliedsländern das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesunken. In Portugal und Spanien beschleunigte sich der Rückgang des BIP abermals, in Italien wurde sogar der stärkste Einbruch seit dem ersten Quartal 2009 verzeichnet. Portugal durchläuft eine lang anhaltende und schwere Rezession mit neun rückläufigen Quartalen in Folge , mit einem abermals ausgeprägten Minus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies war der größte Rückgang auf Quartalsbasis unter allen Mitgliedsländern. Auch in Griechenland zeichnet sich noch keine Besserung ab. Gegenüber dem Vorjahresquartal (saisonbereinigte Quartalszahlen werden hier nicht zur Verfügung gestellt) belief sich das Minus auf 6,0 Prozent.

Die heute veröffentlichten Daten belegen, dass die Wirtschaft im Währungsgebiet das Jahr 2012 noch schwächer abgeschlossen hat als vielfach erwartet. Im Jahresdurchschnitt ergibt sich ein Rückgang des BIP im Euro-Raum von 0,5 Prozent. Zahlreiche Mitgliedländer steckten 2012 in einer Rezession fest. In Frankreich stagnierte die Wirtschaftsleistung. Neben Deutschland mit einem Gesamtzuwachs von 0,7 Prozent in 2012, verzeichnete auf Basis der vorliegenden Daten nur noch Österreich eine Zunahme des BIP. In Irland, das erst in paar Wochen Zahlen zum vierten Quartal vorlegt, dürfte das BIP ebenfalls zugelegt haben.

Der Rückgang zum Jahresende 2012 bedeutet auch eine schwere Bürde für den weiteren Verlauf 2013. Wir erwarten, dass die Rezession im Euro-Raum sich noch bis etwa zur Jahresmitte 2013 hinziehen wird. Für die deutsche Volkswirtschaft sieht es dagegen etwas besser aus. Auf Basis vorliegender Stimmungsindikatoren wie dem ifo-Geschäftsklimaindex oder den Einkaufsmanagerindizes dürfte sich die deutsche Konjunktur schon im ersten Quartal wieder leicht erholen.

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